Heute war mein Pausentag und den konnte ich nutzen, um mich abseits meiner Routen umzusehen.

Ich mietete einen Kleinwagen und machte mich auf nach Myvatn, dieser Nationalpark hat einen See, heißen Quellen und eine Naturbad mit vulkanischer Energie!


Ich sah aus dem Auto Teile meiner letzten beiden Etappen. Es geht ein bisschen hoch und runter, aber man kann sich die Strapazen als Autofahrer nicht vorstellen. Erst recht nicht an so einem Tag wie heute, mit Regen und Wind. Mir kam eine Gruppe mit vier Radlern entgegen, die es mit ihren Regencapes fast von der Straße fegte. Ja, kenne ich, am liebsten würde ich Euch in mein Auto einladen. Wohin die heute wollen?

Ansonsten war ich im Nachhinein froh, nicht nur die Ringstraße gefahren zu sein, sondern an den Fjorden entlang. Es kam tatsächlich von Egilsstadir bis Myvatn (was erstmal kein Ort ist) nicht mal ein Dorf. Nur die eine Tankstelle, die ich schon kannte (eine Säule mit nichts drum herum). Über hundert Kilometer nur schlottrige Berge mit etwas Moos. Für alle, die schon mal auf dem Mond waren: uninteressant, kein Unterschied.


Zunächst lief ich die heißen Quellen an. Eigentlich kannte ich das schon aus Hveragerdi, wo ich mit Jaap war. Diese hier waren größer und heißer. Aus den giftigen Löchern sprudelte Wasser, das aussah wie heißer Frischbeton.

Hier und da hatte sich die Erde geöffnet und man könnte in das Innere der Hölle sehen. Wer da reinfällt, ist tot! Deshalb auch ein kleiner Strick davor. Klar, die Hölle eben!

Hier war es, wenn auch nach faulen Eiern riechend und matschig, wärmer als sonst. Das ist ganz gut für diesen Tag mit 6° und Dauerregen.

Der Platz war nicht überlaufen, obwohl ganze Busladungen mit Menschen aus allen Ländern hier ankamen. Ich bekam den Schlamm später nicht mehr von den Schuhen, wollte aber auch das Mietauto nicht verschmutzen.

Die blaue Lagune soll überlaufen sein und inzwischen 120€ Eintritt kosten. Da war ich hier mit 40€ noch gut bedient! Das Wasser ist blau von den Mineralien, die sich bei ihrem Weg aus der Erde darin gelöst haben, vor allem wohl Silikate. Es ist der ideale Platz, wenn man in Island frieren sollte. Es gibt im Badebecken sogar eine Bar! Die Temperatur beträgt knapp 40° und ich möchte hier eigentlich nicht mehr weg.

Sie haben auch eine Dampfsauna mit Blick über den eigentlichen Myvatn, den großen See und die umliegenden Berge.

Im nächsten Jahr soll der neue Lagunenbereich fertig sein. Ich habe heute auch Glück, es ist nicht voll, sondern sehr entspannend.

Den Hinweis „Dettifoss“ hatte ich bei Asbyrgi schon gesehen und war damals drauf und dran, abzubiegen und mir 50 km Umweg anzutun. Gut daß ich das nicht gemacht hatte. Denn der Wasserfall ist nur über eine elend lange Schotterstraße zu erreichen.

Ich wollte das Auto gegen 18 Uhr wieder abstellen und nahm mir nicht zuviel Zeit für den Wasserfall. Aber es lohnte sich!


Für dieses Foto mußte ich geringfügig über die kaputte Absperrleine gehen, denn sonst kann man nicht bis runter in den Abgrund sehen. Es war auch niemand in der Nähe. Das ist der Vorteil von Nieselregen und kaltem Wind: wenig Publikum. Soviel Wasser! Ich habe ja nun einige Wasserfälle gesehen, aber das hier ist unvergleichlich!

Ich hämmerte die 35 km Schotterstraße zurück, denn um 18:30 schließt der Flughafen in Egilsstadir, in dem mein Fahrrad aufbewahrt wird und ich mußte vorher noch volltanken und den Dreck der Schotterpiste abwaschen. der arme kleine Hyundai i10 tat mir etwas leid, aber Island ist echt ein ungünstiges Pflaster für so einen Kleinwagen. Wenn alle Touristen damit so fahren wie ich, lebt der Wagen nicht ewig und auch die Autovermietung hat wenig Freude an ihrem Geschäft. Die Schotterpisten sind gut in Schuss und man darf 80 fahren. Aber da blieb ich sogar drunter und trotzdem war es schon relativ abenteuerlich. Funfact für Islandfreaks: Autowösche mit Selbstbedienung kostet nichts, eine tolle Sache!

Eine MotorradGruppe aus Straßburg ist morgen auch auf der Fähre und nächtigt hier. Sie spielen Karten und wir unterhalten uns ein bischen. Sie können sich nicht vorstellen, so eine Tour mit dem Fahrrad zu machen. Für mich war es auch eine Herausforderung aber machbar.
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Morgen 10:30 legt die Fähre ab. Weil der Anstieg bis auf über 600 Meter (der Höchste Pass der ganzen Tour) so steil ist, will ich besonders früh los. Verpassen wäre blöd. Und dann fahren wir wieder mit diesem Schiff.

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