IS22 Egilsstadir- Seydisfjördur-Fähre Dänemark

Mein Tehusid Hostel hatte ich lieb gewonnen, beim ersten Besuch vor drei Wochen und die letzten beiden Tage wieder. Die Gastgeber waren so nett und die Gäste erst recht.

Im Tal von Egilsstadir

Waren es vorgestern noch Italiener, die den ganzen Abend mit Gitarre gesungen hatten, spielten am zweiten die Motorbiker ihr Tarot mit 78 Karten. Ich kroch früh ins Bett und wollte um 5 Uhr schon aufstehen. Denn die Fahrt nach Seydisfjördur gleicht dem Besteigen einer Felswand. Steiler als alles andere, das ich hier hatte.

Oben angekommen

Kurz vor 5 machte ich den Wecker aus, um die anderen nicht zu stören und kurz vor 6 schreckte ich hoch und packte in Windeseile aber konzentriert. Bis auf eine Plastiktüte und einen Kameradeckel hatte ich bis jetzt keine Verluste. Kurz vor sieben fuhr ich los und sah aber, daß Alessa aus Rendsburg sich in ihrem Zelt noch nicht gerührt hatte. Also weckte ich sie und Gottseidank, sie fährt erst nächste Woche. Also alles OK.

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Auf der Hochfläche über 670 m

Dann kam die letzte Prüfung, die ich aber gut bestand. Offenbar war meine Radreise eigentlich das Training, um ohne Absteigen zur Fähre zu kommen. Ich trat kontinuierlich im kleinsten Gang und wollte beinahe aufgeben und schieben. Mich überholten schon reichlich Fahrzeuge mit dem gleichen Ziel. Zu Anfang winkte ich den Motorrädern, es konnte sich nur um „meine Franzosen handeln“, aber offenbar gab es auch noch andere. Später an der Fähre sah ich, daß es über 150 Maschinen waren (bei der Herfahrt vielleicht 30). Jetzt ist Saison.

Runter geht die wilde Fahrt

Ich sah alles, was ich von der Herfahrt kannte und dann ging es runter nach Seydisfjördur. Jetzt brauchte ich die guten Scheibenbremsen an meinem Poison Taxin – sie taten ihren Dienst.

In Seydisfjördur

Ich war beinahe zu früh um 8:30 unten. Die Ankunft der Fähre verzögerte sich etwas und der Supermarkt hatte noch nicht geöffnet. Die inzwischen gewohnten Dosen mit Lightbier (2,25%) wollte ich mit aufs Schiff nehmen. Also trank ich jetzt meinen Kaffee und aß ein paar Kleinteile. Passagiere aus Bayern erkannte ich wieder, die ich auf der Herfahrt getroffen hatte und manch andere, die wissen wollten, wie denn meine Tour gelaufen sei. Wir waren fast eine Familie, alle voll mit Eindrücken.

Die Fähre kommt leicht verspätet

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Meine besten Videos in einem guten Film – so sehe ich Island!

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Bei bestem Wetter sah ich die Schlange der Motorräder, dazu gehörte ich noch am ehesten. In Seydisfjördur haben sie keinen Platz für ein riesiges Fährhafengelände. Deshalb stehen die Fahrzeuge bis in die Anwohnerstraßen hinein.

Witzig: die Holzbude im Hintergrund ist der CheckIn Schalter

Es dauerte noch etwas, da lassen sich die Frachtleute und Einweiser nicht aus der Ruhe bringen. Dann Boarding und Kabine und für mich sogar erstmal Duschen, denn die kurze aber heftige Radtour hatte meine ohnehin ekligen Sachen nochmals frisch eingeseift.

Und dann legten wir ab.

Die Wehmut über den Abschied wischten wir zu dritt weg: Lukas aus dem Mühlviertel in Oberösterreich, Mattia, ein Schweizer mit sizilianischen Wurzeln und ich. Wir drei waren die einzigen Radfahrer auf der Fähre mit ganz unterschiedlichen Geschichten.

Partnerlook mit Mattia

Draußen war noch eine Weile Island zu sehen. Die Gegend rund um Seydisfjördur wird von vielen wie auch mir unterschätzt, weil man nach der Ankunft erstmal schnell weiter will, wie am Flughafen. Da ist auch dann oft nichts. Aber hier ist es wirklich schön!

Im Fjord Seydisfjördur

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Auf der Fähre wurde mir schnell langweilig, als Island im Nebel und der Handyempfang verschwunden waren, und so ging ich am Frühabend in die Sauna im untersten der 10 Decks.

Sauna / Gym Deck1 – gut die die Regeneration

Das Schiff rollte. Der Wind war nicht stark, aber von Südwest und wir fuhren nach Südost, so kommt jede Welle quer und das Schiff taucht seitlich ein. Das machte mir zunächst nichts aus, aber einige Leichen lagen schon in den Gängen. Nee, Sorry, schwarzer Humor. Jedenfalls wurde mir nach Sauna und Erholung in den Tiefen des Schiffes auch langsam mulmig. Ob essen da hilft? Na, wenigstens schaut man dabei aus dem Fenster und sieht den Horizont, das hilft meist und es half.

Nicht im Bild: Der Pool schwappte über durch den Wellengang draußen. Hier einen Tag später war alles im Rahmen

Ich fing an, meine Bilder aus der Kamera zu exportieren und schon mal zu sichten. Sehr schön geworden, bin gespannt, ob das für das Buch ausreichende Qualität hat.

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Lukas kam aus seiner Koje und wir plauderten noch etwas. Wir hatten eine Zeitumstellung Island zu Schiff (Faröer-Zeit) um eine Stunde vor. Am Zielhafen nochmal eine Stunde vor. Also früher schlafen, früher aufstehen.

Meine Etappe 21 zum Hafen

Am zweiten Tag bemerkten wir den Zwischenstop in Thørshaven, der Hauptstadt der Faröer morgens um 3:00 Uhr praktisch nicht. Um die Mittagszeit passierten wir die Shetlands.

Um nicht so ganz nutzlos drei Mahlzeiten pro Tag zu essen, ging ich ne Runde aufs Laufband. Die anderen machten moderat und ich übertrieb es mal wieder.

Kurz mal im Großbritannien eingereist – ganz im Norden liegen die Shetland Islands

Das Fitnesstudio hängt mit dem Badebereich zusammen und war für mich viel zu warm. Der Schweiß spritzte auf das Touchdisplay und das Gerät machte, was es wollte. Aber immerhin 1 Stunde absolviert und zwar ganz gut.

Laufen auf der Stelle

Ich unterhielt mich mit meinem Kabinengenossen aus den französischen Alpen. Er spricht kein Englisch und Deutsch, also sammelte ich alle Brocken Französisch zusammen. Es gibt ja immer etwas, worüber man sich austauschen kann und wir verbrachten einige Zeit mit Konversation.

Faroese Ringdance

Eine Gruppe von den Faröer sang und tanzte mit Begeisterung den ganzen Abend und verbreitete gelöste Stimmung an Bord. Inhaltlich geht es um eine Sage, die immer weiter fortgesponnen wird. Die Akteure halten sich an den Händen und tanzen in seitlicher Schrittfolge im Kreis herum. Die Treppe zu Deck 7 war belagert von uns Schaulustigen. Die Faröer haben eine eigene Sprache und eigene Kultur. Sie gehören irgendwie zu Dänemark, sind aber eigenständig – wie auch Grönland.

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Ein Gedanke zu “IS22 Egilsstadir- Seydisfjördur-Fähre Dänemark

  1. Lieber Guido. Nun hast du dein Abenteuer, Island, beendet. Auch die zwei Tage der Überfahrt konnten dir nichts antun. Jetzt wirst du deine unzähligen Eindrücke zu Hause in Ruhe Revue passieren lassen und in deinem geplanten Buch festhalten. Ich freue mich schon darauf. Hab noch ein schönes Wochenende und ruh dich etwas aus.

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