Heute war Beharrlichkeit gefragt. Ich kann das gut, ging aber an meine Grenze.

Es war unglaublich reichhaltig, was Lena und Peter mir da alles in der Frühstückskorb gelegt hatten. Ich weiß nicht, ob es so vorgesehen war, denn ich aß alles auf, um für den Tag gerüstet zu sein. Auf dem Hang, wo die Hütten standen, flitzten Karnickel herum und maßen sich Ziehen im Hörnerkampf. Sie hatten auch Hunde, Katzen, Hühner, einen üppigen Biogarten, große Rosenstöcke und Obstbäume – ein Paradies.

Auf dieser Hütte hätte ich einfach sitzenbleiben können und einen Pausentsg einlegen. Aber so ist es nicht geplant.

Zuerst hatte ich einen Fußmarsch von 2 km vor mir, aber es wurden dann drei, kein Problem. Schon nach 500 Metern sah ich links auf eine Halbinsel aus Stein, auf der man prima Bilder machen könnte, um die Landschaft und die Stimmung einzufangen, die ich hier an der Südspitze des Schärengartens empfand.
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Ich wollte eigentlich mit einem ehemaligen Postboot durch Schären fahren von Fyrudden nach Arkösund, aber ich fand vorgestern heraus, daß sie erst am 19. Juni den Betrieb wieder aufnehmen .

So hätte ich etwa 60 km überbrückt und wahrscheinlich viele schöne Fotomotive gehabt, wovon sich eines als Cover für mein Skandinavien – Buch angeboten hätte. Nun also mußte ich 60 km mehr fahren und mir selbst ein Motiv am FestLand suchen. Und hier ist es nun:

Ich will nicht beschreiben, wie ich auf diese Halbinsel kam, mit dem Fahrrad auf der vom Sturz lädierten Schulter durch meterhohes Schilf mit den Schuhen im Sumpf und zerkratzten Waden. Nun hoffe ich, es ist scharf und die Belichtung stimmt. Schaun mer mal zuhause.

Es war deshalb schon 11:23, als ich endlich wieder auf Asphalt zurück war und losradeln konnte. Mangels Alternativen – deshalb hatte ich ja die Bootsfahrt ausgeguckt, gibt es eigentlich nur die Bundesstraße. Und für schnelles Vorankommen war die genau richtig.

Ich trat in die Pedale, um irgendwie noch zu einer normalen Zeit am Hostel in Arkösund anzukommen. vorbei an Västervik, wo ich nicht schon pausieren wollte flog ich dahin. Aber das hatten atürlich seinen Preis. Ich konzentrierte mich dauerhaft und versuchte das Tempo hoch zu halten je geringer die Geschindigkeitsfifferenz zu den LKW desto weniger gefährlich was das alles.

Bei Valdemarsvik wollte ich unbedingt eine Pause machen bei km 76. ich war ausgepumpt und brauchte frische Energie. Aber die Stadt war zu weit weg vom Highway und so fuhr ich nur kurz runter und nahm von der eisernen Reserve.

Leider muss mir die rote Trinkflasche auf dem Highway abhanden gekommen sein und ich hatte zu wenig Wasser. So hielt ich 10 km später nochmal an einem Museum, die ein kleines, schlecht laufendes Café hatten. Dort stopfte ich schnell noch eine Schoko-Mandelschnitte hinterher und erkundigte mich genauestens nach dem Weg über Stegeborg, das wären dann noch 55 km gewesen. Aber leider, fast durchgehend Schotterstraßen und eine Fähre, die vielleicht nicht regelmäßig fährt.

So reifte die Erkenntnis, daß ich ganz außen rum mußte mit nochmal 75 km. Es half nichts und ich sammelte alle Kraft und ging es konzentriert an. Bis Södervik auf dem Highway und dann noch 50 über Husby bis zu meinem Ziel Arkösund.

Der vollautomatische Lebensmittelladen hat nur von 12-18 Uhr geöffnet, warum nicht 24 Stunden? Das Histel war völlig verwaist, ich empfing eine SMS mit den Instruktionen für das Zimmer. Als erstes checkte ich die Möglichkeiten, was zu essen. Es gab nur ein Hotelrestaurant, was nur bis 20 Ihr geöffnet war, ich hatte es im Vorbeifahren gesehen. Also warf ich nur mein Fahrrad ins Zimmer und lief zurück zum Hotel. Dort war dann alles gut und ich bekam eine große Portion. Auf dem Rückweg wurde ich von einem Starkregen überrascht, besser hier als auf dem Highway.

Es ist ein schönes Fleckchen, aber schlecht zu erreichen für unsereiner.



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