Sundsvall ist groß genug, um einen Speckgürtel um sich zu haben. Viele Vororte mit vielen Menschen, die in die Stadt wollen oder von dort kommen. So brauchte ich die ersten 20 km, bis das sicherste Zeichen der die Rückkehr in den ländlichen Raum auftauchte, der Auflösung des immer schlechter werdenden Radweges.

Noch ein letztes veritables Industriemonster – eine Zellulose und Pappe-Fabrik, dann kam nur noch grün und Menschen mit lustigen Freizeitgestaltungen.


Ich kam beinahe unvermittelt wieder auf die Nationalstraße E4 und nahm Fahrt auf, damit ich meine Distanz ich schaffen konnte und Zeit hatte fürs Quatschen spät am Nachmittag. Dazu unten mehr.

Härnosand war nicht verkehrt, aber als Stadt kein ausgesuchtes Reiseziel. Ein Restaurant, in das ich hinein stolperte , hatte ein Mittagsmenü mit Salat und Hauptspeise, das nahm ich und fuhr weiter.


An der Straße stand Umeå angeschrieben, mein Ziel hier in Schweden, noch 189 km entfernt, werde ich übermorgen um 10 Uhr erreicht haben. Und Haparanda, das kannte ich bisher auch nicht, 587 km entfernt, die Grenzstadt zu Finnland auf dem Festland. Hätte ich mehr Zeit, wäre ich bis dort oben gefahren, um Finnland auf dem Landweg zu erreichen. Und dann kam die Brücke:

Auf der anderen Seite beginnt der Nationalpark Höga Kusten, die Hohe Küste, sie ist sogar Weltnaturerbe. Das ist eine Landschaft mit vielen Bergen, die als Steilküste in die Ostsee fallen.

Auf der Nordseite gibt es ein Hotel und Restaurant, WoMo Stellplätze und ein Laden mit Krimskrams. Ich würdigte den Ort und trank einen Kaffee.
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Als ich wieder eingebogen war auf die E4, sah ich im Augenwinkel ein Schild „Fahrrad gesperrt“. Das war echt zu knapp, um etwas zu unternehmen und ich tat mal wieder was verbotenes. Bis zur nächsten Ausfahrt 10 km fuhr ich so schnell es eben ging, und war dann froh, unerkannt da raus zu sein. Die Straße war schmal, einspurig und mit Leitplanken, also nicht ideal und deshalb gefährlich.

Es ging dann auf Nebenstraßen viel hoch und wenig runter. Deshalb hatten sie die Hauptstraße ja gebaut, weil es eben kein einfaches Gelände war. Und die hohe Küste wird ganz sicher im Inland nicht flacher sein, sondern eher noch höher. So war es auch.

Kurz nach dem höchsten Punkt stand Andree mit seinem Rad. Er wollte nur etwas in der Sonne abtrocknen nach dem schweißtreibenden Anstieg. Ich sprach in an. Erhalt jetzt Zeit und macht eine lange Rundreise seit Mai von Berlin aus. Eine tolle Sache! Wir fuhren zusammen bis Ullånger und merkten gar nicht, wie die Kilometer schmolzen. Sowas braucht man auch mal.

In Ullånga studierte ich diese Infotafel und wir beschlossen, noch gemeinsam einen Kaffee zu trinken, bevor wir jeder unserer Wege fuhren. Wir erzählten uns unsere Geschichten und genossen die Sonne, bis es mit heraufziehenden Wolken ungemütlich wurde. Mein Hostel war nur noch 9 km entfernt und parallel zur E4 über einen schönen Radweg zu erreichen.

Mein Hostel Kustladan bot alles, was das Herz begehrt, es gab sogar ein Restaurant. Leider hatte ich mir vorsichtshalber ein Fertiggericht an der Tanke gekauft, weil es im Normalfall im Hostel eben anders zugeht. Lieber so als ohne Abendbrot dazustehen.


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