N02 Lindesnes – Flekkefjord

Im Fussball würde man sagen: „Wenig Raumgewinn“, denn ich bin weit gefahren, hatte viel Höhenmeter und erlebte noch mehr als gestern. Wenn man die Luftlinie nimmt, bin ich nicht weit gekommen. Oder um es mit ACDC zu sagen: It’s a Long Way to the Top (If You Wanna Rock ’n’ Roll). Aber von vorn:

Ein sympathisches Schild, das mit gestern andernorts schon auffiel

Ich fuhr zurück nach Spangereid, woher ich gestern kam (die Höhenmeter erschienen mir nicht halb so schlimm wie gestern Abend) und zweigte dann ab nach Lyngdal.

Ganz tolle Fjorde heute (über die Brücke im Hintergrund sollte ich dann selbst fahren)

Es sollte heute früher losgehen, keine Ausweichhandlungen, nicht trödeln, nicht zu oft ins Handy schauen. Aber es ging nicht, ich hörte zwar den Wecker, war aber dermaßen fertig von der Tour gestern und auch die Wade zwickte. Warum das so war, weiß ich selbst nicht. Denn erst vor kurzem fuhr ich zweimal mit dem Rad 140 km nach Kaiserslautern, und da sind auch ne Menge Höhenmeter dabei.

Auf der besagten Brücke

Ich blieb noch etwas und machte Dehnübungen im Liegen. Immerhin sollten es heute dreimal so viele Höhenmeter und über 100 km werden.

Mein erster Tunnel hinter Lyngdal

Nach Lyngdal kamen drei Tunnel auf der Straße 43 hintereinander, das flashte mich. Ich liebe das ja, hatte aber den kernigen, ohrenbetäubenden Sound der Autos nicht mehr präsent. Sie fuhren brav, aber etwas mulmig wurde mir trotzdem. Vorn und hinten habe ich Licht und fahre möglichst weit rechts, denn es gibt keinen Randstreifen!

Altes Segelboot in Farsund

Bis Farsund hatte ich vor allem auf den ersten 20 km schon einen heftigen Peak zu bewältigen. Aber die Ausblicke auf die Fjorde waren einfach genial. nun also nach einem Drittel der Strecke eine Pause mit Kaffee und Eis, leider gab es keinen Kuchen.

Annelill István hier und bot sich an, mich zu fotografieren. So erfuhr ich einiges über Farsund. Die Deutschen waren in großer Zahl hier und bauten für ihr Militär den großen Flughafen, Bunker und anderes Gerümpel. Es sei mit Sicherheit der schönste Tag hier dieses Jahr, denn so wenige Wind und so viel Sonne seien höchst selten.

Weiterer Ausblich von einer Serpentine auf einen Fjord

Die schönen Ausblicke hatten ihren Preis, es ging wieder sehr weit hoch in steilen Serpentinen bis zu einem Bergsee. eine Landschaft wie in den Alpen.

Wie auf der Müllneralm, inklusive Schafen mit Glöckchen am Hals

Stephan hatte mir das schon zu meinem Bammel über die Höhenmeter gesagt: „ja, aber es geht ja dann auch wieder runter“. Ehrlich gesagt, Stephan, fühlen sich die Bergabpassagen extrem kurz an im Verhältnis zu den Anstiegen.

Hier mal eine schöne langgezogene Abfahrt.

Ich machte das, was ich immer schon sagte: in meiner Frequenz treten, gleichmäßig und nicht zu schnell, um hochzukommen. Es war regelrecht heiß und ich hatte einen unheimlichen Wasserbrauch (mußte aber den ganzen Tag nicht pinkeln), das wurde einfach alles wegverdampft. Gut, daß ich zwei Trinkflaschen am Rad und sie im Café nachgefüllt hatte.

Überhaupt, die Ausrüstung bewährt sich, nichts klappert und rappelt, nichts lockert sich. Es ist alles schön kompakt und nahe am Schwerpunkt.

Thailändische Küche „nicht scharf“

Kvinesdal und eine kleine Ewigkeit lang ausgeschildert und als ich dort war, sah ich nur Industrie und Wohnhäuser in freilich malerischer Kulisse eines langen Tals.

Der Thaikoch bot das einzig Essbare. Er war fröhlich, hilfsbereit und lustig. Aber ich denke, er verstand mich im Grunde nicht. Ich fragte „spicy?“ Er sagte, „nein gar nicht„ ich verbannte mir beim ersten Bissen die Lippen, aber es hielt zumindest nicht lang an. Ich wollte „to stay“ und er packte es mir ein, ich wollte etwas zu trinken, er sagt, er habe „alles“ da, es waren aber nur zwei alte Flaschen Coke Zero – igitt!

Tunnel-Brücke-Tunnel der E39

Ich fand es zwar schade, große Strecken nicht auf der E39 fahren zu dürfen, aber dadurch sah ich fast alles Schöne heute. Die Frage, welcher Tunnel erlaubt ist, welcher nicht, hat zwei Antworten: Es steht wohl deutlich und rechtzeitig dran. Es gibt eine Webseite, auf der man gucken kann. Das machte ich nun. Schaut auf Alle Tunnel in Norwegen

In Felda war der letzte Supermarkt vor dem Ziel Camping Egenes (vor den Toren von Flekkefjord), und ich minimalierte wieder: 4 Brötchen (mehr hatten sie nicht), eine Packung Scheibenkäse „Norwegian“ und 1 Liter Traubensaft (Tomatensft gab es nicht). Kaffe und Nutella habe ich noch. Idealerweise ist morgens nach dem Frühstück alles verbraucht und ich kann von Ballst befreit losfahren.

Eine wunderbar beleuchtete Felswand.

Dann ging es ein letztes Mal eine schöne lange Rampe hoch, die sich im Halbkreis um einen Bergsee zog.

Malerisch und ohne jede Erschließung

Dann nochmal ein kurzes Stück Highway 39, dann mein sechster Tunnel für heute und ich war am Campingplatz. Der hatte erst ab heute geöffnet. Alles was sie an Lebensmitteln bestellt hatten, kam leider nicht rechtzeitig.

Das Zimmer OK, aber wieder über 80€

So traf ich noah 7 Stunden fertig aber sehr froh ein mit unendlich vielen Bildern von Fjorden und Bergseen. Ich hatte mir viel Zeit zum Fotografieren gelassen.

https://www.komoot.de/tour/2258725374?ref=itd

https://maps.suunto.com/move/langeguido/682cbc78ef648206388c8039

https://strava.app.link/0ZA8Ozq8wTb

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