N09 Førde- Nordfjordeid

Der Tag hat perfekt begonnen, denn mein Zimmer im Pensjonat Førde war „inklusive Frühstück“. So viel Auswahl hatte ich lange nicht. In sofern fast perfekt, weil der Regen draußen prasselte und alles dunkelgrau war. An der Wand hing ein TV, auf dem die Nachrichten liefen: Selenski, Trump, Putin und ein Attentat in Liverpool. Schrecklich- es hat sich nichts verändert auf dieser Welt. Seit drei Jahren sehe ich in den Nachrichten, wie Russland bombardiert.

Immerhin, zuhause ist alles in Ordnung, während ich hier draußen rumturnen darf.

Annelisa betreibt das Pensjonat und ich kann es nur empfehlen! Sie hatte sich schon gestern nach der Route erkundigt und schlug vor, daß ich erstmal mit dem Bus durch den nächsten (gesperrten) Tunnel fahren sollte, statt außen rum. Heute morgen nun, fragte sie, wie ich mich entschieden hätte und sie wußte die Antwort: Solange es geht, fahre ich. Wenn ich nunmal auf der E39 Richtung Brykelo fahren wolle, könnte ich zumindest am rechten Ufer des Jølstravatnet fahren – 25 km Asphalt, aber ohne Autos. Ein guter Tip, vielen Dank, liebe Annelisa. Als ich dann dort war, sah ich, daß ich es sogar so geplant hatte.

Schon bei km 10: See und Wasserfall!

Ich halte ja immer wieder an, um Bilder zu machen. Die Kamera will ich bei Regen möglichst nicht anfassen, aber für ein Handyfotos muß einfach Zeit sein! So komme ich langsamer voran, aber wer die Bilder in meinen Büchern kennt, weiß, daß es sich oft lohnt.

5 km später sah ich den Huldefossen und auf Schildern, daß man ganz dicht heran kommen kann.

Die meisten Wasserfälle sind unerreichbar weit weg, aber der Huldefossen – ganz nah! Es waren Leute da, auch Per Inge aus Kristiansand, den wollte ich fragen, ob er mich fotografieren könne. Ich schleppte mein Rad über Stock und Stein an den Fuß des Wasserfalls, was in der Hauptsaison ausgeschlossen sein dürfte, denn jetzt mit den Feiertagen steigt die Besucherzahl von TG zu Tag. Per Inge machte seine Sache gut und es sind ein paar schöne Bilder entstanden.

Nur Regen, aber in der Sekunde wollte die Sonne durch – genau dort, wo das Wasser oben ausfließt!

Er ist seit drei Tagen hier im Urlaub und konnte „nichts machen“. Oben in Lillehammer zu viel Schnee, hier unten nur Regen. Danke, lieber Per, wenn nächstes Jahr im März das Buch fertig ist, schicke ich Dir eins!

Titelbild: Per Inge Setane

Ich brauchte über eine Stunde, um mit dem Huldfossen fertig zu sein und war ganz geflasht. Dann bis Vassenden und dann die schöne Route um den Jolstravatnet.

Schneebedeckte Berge

Immer dichter kam ich an die Berge heran, die wohl ganzjährig Schnee und teilweise Gletscher haben. Und ich kann froh sein, daß ich hier im Tal fahre, daß es eine Straße gibt!

Wilde Frühlingsblumen wie auf einer Alm in den Alpen

Die Landschaft wurde immer wilder.

Und die eine Idee der andere hat hier ein Haus. Die Norweger lieben ihre Hütten!

Am oberen Ende des Jølttavatnet laufen die Straßen wieder zusammen und in Skei war ich wieder auf der E39. Annelisa meinte, von hier bis Brykelo sei das gefährlichste Stück. Ich empfand die Autos als moderat. Das kann in zwei Wochen schon ganz anders aussehen, wenn jedes zweite ein Wohnmobil ist und mehr nervige Radfahrende den Verkehr aufhalten.

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In Skei gibt es einen kleinen Joker Supermarkt, aber war nicht halb so toll, wie der von gestern. Die hatten keinen Kaffeausschank und nur Pizzaschnitten im Kühlregal. Dabei brauche ich was warmes in den Bauch. Wenn es auch nicht durchgehend schüttete, so gab es immer wieder Schauer und es war weiter kalt. Beinahe hätte eine Krähe meine Tüte Pizzaschnitten geklaut, sie Flug schon damit davon, ließ sie dann aber in eine Pfütze fallen. Tja, einfach kann jeder und so ein Rabe, der ist ja auch nicht doof.

In einem Seitengewässer, dem Kjosnesfjorden sah ich, woher die nächste Regenfront kam

Der Regen macht mir nicht mehr soviel und auch an die Kälte – vor Alleinbesitz Abfahrten werde ich mich gewöhnen. Aber ich gebe zu: Es ist eine Überwindung, wieder aufs Rad zu steigen und den Bedingungen zu trotzen. Mein Gepäck ist weiterhin stabil und manchmal gibt es auch schöne Überraschungen: Am Ortseingang Brykelo ist eine Bäckerei mit Supermarkt und Mittagstheke. Hätte ich das gewusst, hätte die Krähe die Pizzaschnitten behalten dürfen.

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Ich machte es mir einfach, und sagte „Meal of the day“. Aber sie hatten zwei dagens menu. Fisch oder Fleisch? Ich nahm den Fisch, der Doktor sagte, ich hätte zu wenig Vitamin D12, daran, nicht draußen zu sein, kann es eigentlich nicht liegen.

Unglaublich enges Tal mit Wasserfällen links und rechts.

Ich beschloss, nicht nur über die geplante Tour hinaus nach Sandane sondern noch weiter bis Nordfjordeid zu fahren, inklusive einer Fähre.

Blick auf Sandane

Ånda-Lote war meine Fähre Nummer 11 und danach sollte noch ein schöner langer Tunnel kommen, der für Fahrräder erlaubt ist, der Lotetunnelen, 2985 m lang.

Hier fahren die Leute offenbar mit dem Schiff hin, dabei ist kaum etwas zu sehen

In Brykelo hatte ich ein Zimmer gebucht in einem Nebenhaus des Nordfjord Hotell, nur 78€. Da ist man ganz auf sich gestellt und ich konnte das Fahrrad mit aufs Zimmer nehmen. Das Bad war so geräumig, da duschte ich es gleich mit (und machte natürlich wieder alles wieder sauber).

Sand im Getriebe war noch nie gut.

Eine schöne Tour und wenn ich so weitermache, bin ich irgendwann auch aus dem Regengebiet in den Bergen heraus.

Abendstimmung am Nordfjord, die Aids ist abgereist.

https://www.komoot.de/tour/2274939789?ref=itd

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Gestern + Heute zusammen

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