Ich hatte lange geschlafen, aber sonst war alles bestens an diesem Tag. Den frühen Wurm fand ich nicht mehr und war guter Dinge, als ich mein gereinigtes Rad aus der Garage holte und frisch bepackt erst nach 11 Uhr losfuhr.

Ich hatte zwar von der Stadt nichts gesehen, aber das ist vielleicht nicht so schlimm. Das ist der Kompromiss, wenn man weit fährt und abends dann noch palavert, statt ins Bett zu gehen.

Ich fand die richtige Richtung raus aus der Stadt und fragte in einem Autohaus, ob sie mal ein paar Tropfen Öl für meine vom Regenwasser und Straßendreck gebeutelte Kette hätten. Darauf ließen sie sich ein!
Mich überholte Martin auf seinem Weg zum Supermarkt. Ich sagte, ich könne ihm eine Weile folgen, damit ich nicht jedes Mal den richtigen Radweg übersah. Er hatte einen roten Bart und passend dazu die Jacke und auch das Rad war im selben Ton.
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Er machte eine ähnliche Tour wie ich jetzt vor zwei Jahren, vom südlichsten Punkt (Lindesnes) bis zum Nordkap, 3000 km in mir 3 Wochen! Wow, das war echter Sport!
Martin wird mich auch darauf hin, daß der Highway E 6 nach dem Flughafen keinen Seitenstreifen mehr hat und daß es also eng werden könnte. Er meinte noch: für Mai sei es dieses Jahr ungewöhnlich kalt. Und das als abgehärteter Norweger. Ja super, Herr Lange, da hast Du Dir wohl genau die richtige Zeit rausgesucht.

Die E6 zog sich dann über einen langen Anstieg und es wurde immer enger. Die meisten fuhren rücksichtsvoll, ich selbst tat meinen Teil und konzentrierte mich nur aufs fahren. Es sind jetzt auch mehr Wohnmobile aus Deutschland dabei. Nur zwei von Hunderten waren nicht so nett und sehen das Rad auf der Straße als Problem. Nein, es ist Teil der Lösung.

Sie bauen parallel die neue E6. Ich ließ mich von einem Jürgen aus Bremen an einem Halteplatz fotografieren. Er und seine Frau ( aus Trier) kamen über Oslo und haben auf der gesamten Route Baustellen unglaublichen Ausmaßes gesehen. Wenn man bedenkt, wie lang der Winter ist, kommen sie doch schnell voran. Auch Sonntags wird gebaut!

So ein großes Land Norwegen. Über 3000 km ist es lang mit einer Bevölkerung wie der Ballungsraum Berlin! Sie haben die Power, in einer rauen Gegend alles am Laufen zu halten mit ihren Fähren, dem Straßenunterhalt, der Energieversorgung. Es muß ein reiches Land sein!

Hier in der Nähe von Verdal feiern sie jedes Jahr in den Juni hinein das Yømmøl Fest: https://kultar.no/billetter/vommolfestivalen/

Die Wagen kamen mit entgegen und endlich konnte ich dann auch einen fotografieren. Es ist ein sehr großes Volksfest, das ein Sportverein ausrichtet. Sie vergleichen es mit Karneval. Naja. OK.

Man sieht an den Bäumen, wie jung die Natur hier noch ist.

Kurz vor dem Ziel Steinkjer war dann die Lift raus bei mir. Ich konnte mir noch allmählich ausrollen lassen und war froh, am Campingplatz mein Zimmer und eine heiße Dusche zu haben.


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