Heute passte alles, die Strecke war moderat, die Zahl der Autos moderat, die Steigungen moderat, das Wetter moderat. Es klingt jetzt langweilig, aber für diesen Tag bin ich sehr dankbar. Heute wurden keine Rekorde geknackt, Hitze- oder Regenschlachten geschlagen, sich ausgehungert und gestürzt.

Nachdem es 20 km auf der Nebenstraße ging, hatte ich heute nur eine Route: die E6. Und das wird die nächsten Tage so bleiben.
Ich hatte mir viele Gedanken darum gemacht und die Schätzungen gingen auseinander, ob es viel oder wenig Verkehr geben würde. Alle, die ein verlängertes Wochenende wollen, sind dort und noch nicht auf der Rückfahrt. Alle, die in Urlaub gefahren sind, kamen schon Freitag oder spätestens gestern hier an. Die morgen arbeiten müssen, sind schon auf der Fähre… usw. Immerhin ist auch Sonntag, da fahren weniger LKW bis auf Ausnahmegenehmigungen wegen Frische, also Molkereiautos zum Beispiel. Früher zählte in Deutschland auch die Presse dazu, so auch der SPIEGEL, der immer am Montag erschien. und natürlich der kicker „Nichts ist so alt, wie die Zeitung von gestern.“ man merkt hier, ich machte das früher beruflich, heute nur noch meine Bücher.

Es war also wenig Verkehr und es gab eine Baustellenampel in der Mitte meiner Route. Da war es wie bei einer wichtigen Fähre in der Nähe: die Autos kommen immer schwungweise, dazwischen ist Ruhe.

Für Leute, die in Hunsrück, Eifel, Harz oder einem anderen (Mittel-) Gebirge wohnen, was das hier nichts besonderes. Aber am Horizont kündete hier und da eine weiße, schneebedeckte Spitze an, daß es auch wieder anders kommen wird in Richtung Norden. Oben, kurz vor dem Nordkap sollen die Straßen noch so voll Schnee und Eis sein.

Passend zur Stimmung, zur eher ruhigen Gemütslage, fühlten sich meine Beine heute an, wie mit Quark gefüllt.

Man sieht ja auch den Himmel. Gleichmäßig grau. Gestern in der Küche im Steinkjer Camping lernte ich Landry aus Anders kennen (Westküste Frankreich). Er war für Paris, die Iraner für Inter). Wir gucken zu viert auf zwei Handys Championsleague und ich konnte wählen zwischen französischem und iranischen Kommentar.
Wir streiften kurz das Thema Wetter und ich sagte stolz, ich hätte seit Tagen nicht in die Wetter-App geguckt. Er meinte, er würde zwar nicht spoilern, aber es kommt Regen. So schlimm war es heute nicht.

Es ging immer gut hoch und runter, da kam einiges zusammen. Aber es war eben nicht so steil wie sonst oft. Kurzum, ich konnte heute nach Herzenslust machen, wozu ich hier war: Radfahren! Sehr schön.

Ich wollte eigentlich mit einem Schokotrunk und ein paar Keksen die 84 km durchfahren, aber als ich diese Gaststätte am Wegesrand sah, konnte ich nicht anders. Das Essen war – wie immer in solchen Fällen hier – eine Art Kantinenessen, Kaffee und Wasser inklusive für 28€. Auch das heute moderat. Ich liebe das ja, mit dem Tablett an einer Warmtheke langzuschieben…

Wir fahren auf gebirgigeres Gebiet zu, und da kommt eben das Wasser hier und da herunter. Bei einem Wasserfall blieb ich dann mal in Ruhe stehen und fotografierte alles .

Meinen Campingplatz in Grong hatte ich online gebucht und automatisch eingecheckt. Was braucht man da noch Leute. Es gäbe hier am Ort sogar ein Grong-Hotell, aber das ist bestimmt höllenteuer. Kennt man ja aus den großen Städten, diese Grong- Hotels!

Dann in der Hütte war ein Hinweis, wenn man sich Bettwäsche nähme, solle man 100 NOK oder 10€ in bar auf dem Küchentisch hinterlassen. Das sind analoge Reste unserer digitalisierten Welt. Ich mag ja Bargeld.


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