Die Nacht war durchgehend hell, es wurde nur durch ein paar Wolken gegen 3 Uhr mal kurz schattiger. Morgens um 6:30 aber schien schon wieder prall die Sonne, wie gestern Nachmittag. Das bleibt nun so bis zu meiner Abreise.

Ich trödelte ein bischen, genoß die Morgenstille und studierte ein Kinderbuch. Das ist für mich genau richtig:



Als ich 9 Uhr abfahrbereit war, quasselte ich dann doch noch mit einem Motorrad-Paar aus Oldenburg, die um Mitternacht gekommen waren und jetzt weiter auf die Lofoten wollten. Ich lerne so viele Leute kennen und alle wollen auf die Lofoten. Da müßte ich doch die eine oder den anderen wiedertreffen.

Ich hatte erwartet, daß die Straße einen großen Bogen um die weißen Bergen am Horizont macht. Stattdessen fuhr ich auf der E6 darauf zu.

So ging es nicht, wie gestern, einfach gemütlich weiter sondern es kamen schnell die ersten Steigungen.

Stefan aus Hamburg sagt, Fahren und Fotografieren zusammen geht gar nicht so gut, denn man kommt immer aus dem Rhythmus. Das stimmt auch.

Mein Navi sagte links steil den Berg hoch. Darauf hatte ich keinen Bock, sah es aber doch ein, als der nächste Tunnel, der Korgfjelltunnelen. 8530 m lang und für Räder verboten war. So mußte ich oben rum über das Korgfjell.

Es ging sehr steil hoch und meine Beine waren noch frisch – relativ. Aber bei einer Passage mußte ich doch schieben. Was machen da erst die mit den schweren Tourenrädern? Ben und Sontje zum Beispiel, ich denke an Euch.

Der Anstieg nahm kein Ende und mit wurde klar, hier kommt kein weiteres Tal, sondern das viele Wasser im Fluss neben mir kam von weit oben und da mußte ich auch hin.

Irgendwann war ich mitten in den Schneeresten links und rechts am Straßenrand. Mir war nicht kalt, trotz kurzer Radhose. Aber anhalten und fotografieren ging eigentlich nicht mehr. Denn der Wind pfiff moderat aber kalt. Es fühlte sich an, wie im Hochgebirge. Wirklich!

Ich kam an zwei zugefrorenen Seen vorbei (die einfach noch nicht aufgetaut waren). Oben drauf gibt es ein Krog Hotell, das von außen sehr verwittert aussah, aber innen quicklebendig.

Ich war so geflasht von dieser Gegend und das ich es nicht locker, aber doch hoch geschafft habe und in den Winter zurück versetzt worden war. Ich brauchte also schon bei km 30 hier eben einen Kaffee. Dazu nahm ich noch ein Softeis.

Es genügen schon 600 m Höhe, um von weitem auf einen der wichtigsten Gletscher Norwegens zu blicken, dem „Dach Nordnorwegens“. Das hätte ich nicht erwartet, daß ich dazu heute kommen würde! Der Gletscher weist dieses Jahr fest eingepackt, es ist, wie schon geschrieben, ungewöhnlich kalt in diesem Frühjahr.
Auch Jaap aus Island fragte an, wie ein bei mir in Norwegen aussieht. Sie haben Schnee und Kälte im Juni. Als ich vor zwei Jahren dort war, hatte ich wahrscheinlich einfach nur Glück.

Ich überwand mich zur unvermeidlichen eiskalten Abfahrt runter ins Tal nach Krogs, da war es wieder warm wie vor dem Aufstieg auch. Sogar die Sonne kam raus.

Ich wollte so schnell wie möglich nach Mo i Rana, Denn von dort waren es noch immer 50 km zum Zielort und ich würde da ganzbsixjer ein Einkaufszentrum finden mit einer Warmtheke oder einem Imbiss. Der wäre nicht gleich so teuer wie ein Restaurant. So kam es auch aber es zog sich ganz gut. Es war doch weiter als gedacht, aber die Strategie mit dem Essen ging auf.

Es gab einen Edelimbiss mit Pizza und Kaffe Påfiller (zum Nachschenken) sowie kalten Trinkwasser. Da verbrachte ich eine Weile und Sh erst dann, daß gegenüber einer dieser Alkoholläden war, von denen mir schon Lasse und Vivian am Valsøybotnen erzählt hatten. Der Vinmonopolet . Ich dachte, das haben wir an der Mosel, das Weinmonopol.

Nach 3 Stück Pizza, 3 Tassen Kaffee und einer Flasche Wasser hatte ich frische Power und fuhr in zügigem Tempo 27 km bis nach Storforshei- mit dem letzten Supermarkt Coop Prix vor dem Campingplatz, dann noch einmal 20 km weiter war. Man muß genau überlegen, was wann zu besorgen ist, denn dann kommt nichts mehr.


Das Camping in der Hütte ist bescheiden. Wir kommen immer mehr nach Norden und ich muß meine kulinarischen und Beherbergungsansprüche immer weiter runter schrauben. Immer noch besser als im Zelt.


https://www.komoot.de/tour/2297796343?ref=itd
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Ja, was machen die mit den schweren Tourenrädern? Ganz wie du sagst – schieben halt! Wer das mal erlebt hat, der will das nächste Mal auf jeden Fall auch leichter unterwegs sein … 😉
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Leichter unterwegs ist immer gut. Das besondere diesmal: ich habe sogar Zelt, Isomatte, Schlafsack und großes Handtuch dabei, will aber auf keinen Fall an diese (Heck-) Tasche gehen, die so genannte Arschrakete. Aber ich könnte, wenn es die Situation erfordert. D.h. sollte ich die Arschrakete und deren Inhalt nicht gebrauchen, wäre ich 3 Kilo leichter, so sind es etwa 13-15 kg Gepäck (Fahrrad 12 kg).
Schieben jedenfalls wäre mit einem Tourenbike samt Gepäck (um 30 kg mindestens), schwierig geworden.
Herzlicher Gruß, und Danke fürs lesen und folgen, sagt Guido
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Hallo Guido!
Wenn alle auf die Lofoten wollen, muss es da irgendwas besonderes geben, oder 😉
Aber Spaß beiseite: Da du ja jetzt bereits mehr als 2 Tage deinem Plan vorraus bist, hättest du auf jeden Fall die Zeit, einen Abstecher dahin zu unternehmen. Die Fähre ist für Radfahrer sogar kostenlos und ich würde es mir nicht entgehen lassen!
Ich werde deine Route weiter sehr interessiert verfolgen und freue mich immer, wenn du schönes Wetter hast. Viel Spaß weiterhin!
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Vielen Dank, lieber Alexander.
Der Plan war, bis Narvik und dann auf die Lofoten nach Süden zu fahren.
Ich überlege nur, ob ich die Tage nutze, um noch weiter nach Norden vorzustoßen.
Mal schauen, von TSG zu Tag.
Toll, daß Du mitliest.
Herzlicher Gruß, Guido
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