N24 Sortland – Stokmarknes

Heute wollte ich wieder eine gute Balance aus Sport und Genuss. In der Gesamtheit fand sich das auch, aber nacheinander.

Über diese Brücke kam ich gestern nach Sortland

Ich hatte mir eine Route ausgeguckt, die fast ganz herum ging um die südliche Hälfte der Sortland- Insel Langøya. Denn der direkte Weg hinunter nach Stokmarknes oder auch noch weiter bis Melbu, wäre viel zu kurz gewesen, um als Tourtag durchzugehen.

Im Norden sieht man: Regen im Anflug

Das bedeutete nach Norden statt nach Süden zu fahren und dann allmählich gegen den Uhrzeigersinn am zerklüfteten Ufer entlang. Und im Norden, das sah man schon von weitem, war das Wetter schlecht.

Ich tröstete mich mit diesen Bildern von einsamen Häusern und schönen Bergen.

Aber im Nordwesten wurde es noch viel dunkler und ich kam dem erheblich näher. Offenbar lag das Zentrum des Bösen über der Insel Øksnes.

Mal verdirbt ein Bagger (Hitachi, hatte ich gestern in der Aufzählung vergessen) die Sicht auf die blauen Berge…
… mal eine Betonfabrik.

Die Idee war immer noch, daß es nicht nicht erwischte, aber das ging so nicht.

Regen und Kälte bedeutet, ich muss mich mehr bewegen, um warm zu bleiben. Also Sport!

Daß dieser Umweg auch wieder die tollsten Eindrücke lieferte kam später. Erstmal hieß es, ein Stück durchzuziehen. ich hatte keine Ahnung wie lang genau dieser Umweg über die Westseite war, aber als ich relativ bald in Frøskeland ankam, merkte ich, daß es so schlimm nicht sein konnte.

In jeder Buchhandlung und bei ampelpublishing.de: Abenteuer SKANDINAVIEN

Leider habe ich damit auch auf eine zweite Begegnung mit Willie, dem Schotten aus dem Hostel in Trondheim, verzichtet. Er war in großen, schweren Etappen die Route dicht am Nordmeer über unzählige Inseln nach Bodø hinauf gedüst. Dort nahm er seine Fgau in Empfang und dann machten sie mit einem kleineren Gang weiter. Er kam über die Ostküste von Langøya bis Sortland hoch und kreuzte dann über die Brücke, um weiter hoch zu fahren. Wir wären uns also irgendwo südlich von Sortland begegnet. stay strong, travel safe, lieber Willie!

Sensationelle Panoramen im Regen

Das Wetter war also wesentlich unbeständiger als gestern und auch den Effekt, daß die Lage zur westlichen Nachmittagssonne für höhere Temperaturen und insgesamt milderes Klima sorgte, gab es hier nicht.

Attraktion: Berge ganz nah

Vor diesem Abenteuer wurde mir wieder viel Mut bescheinigt, diese Tour überhaupt anzutreten. Das empfand und empfinde ich nicht so, aber Respekt, betone ich immer, den hab ich gewaltig. Nun also auf eine 300 m hohe schwarze Felswand zuzufahren in der Erwartung, da im Regen gleich hochklettern zu müssen, erfordert durchaus etwas Courage. Geht es drum herum oder muß ich wirklich da hoch?

Wie geht es hinter der Biegung weiter?

Denn selbst wenn es immer schön am Ufer entlang ging, wie die Karte mir das gezeigt hatte, bedeutet das durchaus mal 50 oder 80 Meter hoch und dann eben wieder runter. Und das bei schlechter werdenden Straßen hier im einsamen Niemandsland. Warum weiß ich das nicht genauer, habe ich kein Navi? Die Antwort lautet, ich will es nicht so genau wissen. Und bei Wind und Wetter immer wieder das Handy rausholen, um etwas nachzugucken, kostet Energie. Es genügt schon, daß ich es dauernd wegen der spektakulärer werdenden Anblicke rausholen muß. Das kostet auch Kraft.

Eine tolle Route, es gab praktisch keinen Autoverkehr auf 40 km

Rechts im Wasser lag eine Lachszucht- Anlage. Für die Fische ist das eine schlimme Quälerei und es werden auch natürliche Lachsbestände nun immer öfter von der Lachslaus befallen. Die Bekämpfung mit massenhaften Antibiotika ist auch nicht gut für das gesamte Ökosystem der Fjorde und Meere. Das sollte man wissen, bevor man den leckeren Fisch vor sich hat.

Lachszucht im Fjord

Die hohen Berge auf meiner Seite machten die Landschaft schön und anstrengend zugleich. Aber es tröpfelte nur noch und so gewann allmählich der Genuss. Zu Essen gab es hier nichts, das hatte ich auch nicht erwartet.

Dieses Café ist extrem abgelegen, aber deshalb auch noch bis 26. Juni geschlossen

Ich hatte ja schon über die Freuden der Vorsaison berichtet, hier sah man mal einen Nachteil. ich bin mir nicht sicher, ob der „Femdenverkehr“ hier in der Hochsaison dramatisch ansteigt.

Nachdem ich mit der Kamera von einem glitschigen Hügel mit meinen unpraktischen Radschuhen wieder herunter geklettert war (ich war zweimal in ein Sumpfloch getreten, aber egal), entdeckte ich Mina. Sie hatte kurz Station gemacht und etwas gegessen.

Zwei Radfahrende auf einer kleinen Straße, während ich sonst tagelang keine Gleichgesinnten gesehen hatte. Sie stammt aus dem Osten Finnlands (Nähe Joenssuu) und arbeitet aber in einem Ort zwischen Narvik und Tromsø. wie viele Menschen hier, liebt die die Natur, wandert viel oder ist mit dem Rad unterwegs. Als Meteorologin ist sie für Militärflugplätze im Norden Norwegens zuständig. Aber ich wollte sie nicht festnageln oder eine Wetterdiskussion anfangen. Das Wetter ist wie es ist und fertig. Wenn sie wissen will, wie es wird, guckt sie wie die meisten hier auf yr.no Ich mache das sonst auch, aber hier vermeide ich die Wetter-Apps generell.

Die Brücke auf die Insel Hadsel nach Stokmarknes

Wir sprachen und radelten, sprachen und radelten. Wenn keine Autos kommen, hätten wir stundenlang nebeneinander radeln können. Aber das hatte sich schnell geändert. Irgendwo hatte es einen wichtigen Gottesdienst in einer Kirche gegeben und jede und jeder fuhr mit dem eigenen Auto des Weges. So kamen immer wieder welche.

Wir bogen langsam Richtung Süden und das Wetter wurde wesentlich besser, beinahe wärmte sogar etwas die zaghafte Sonne. Das machte unser nächstes Problem weniger schlimm, denn es gab eine Schlange vor der großen Brücke. Wir warteten eine Weile und nun spielte Mina ihre Kenntnisse der Leute und der Sprache aus. Wir fuhren bis nach vorne durch und sie fragte, ob wir nicht einfach auf dem Seitenstreifen drüber konnten. Das ging!

Blick auf Stokmarknes

Die Stadt liegt ganz schön am Wasser aber es wurde wieder kalt und tröpfelte. Ein Freund von Mina hatte ihr hier ein Café empfohlen und da gingen wir dann rein. Es blieb nur noch eine knappe Stunde offen , aber immerhin konnte man nach 70 km etwas essen und sich aufwärmen.

Ich suchte Google Maps nach Supermärkten und einem Campingplatz ab, wo ich günstig eine Hütte reservierte. Mina wollte erstmal in die Sauna, es gab hier wohl eine öffentliche am Hafen. Als Finnin braucht sie das und fehlt ihr hier oft. In Norwegen ist die Sauna nicht halb so populär. Mit der Unterkunft war sie unentschlossen und so verabschiedeten wir uns. Allzeit gute Fahrt und versuch mal, ob Du mit dem Wetter für die nächsten Tage was machen kannst!

Hurtigruten-Haus und Museum (Die Firma wurde hier 1881 gegründet)

https://www.komoot.de/tour/2316075108?ref=itd

https://strava.app.link/RppgkdHx7Tb

https://maps.suunto.com/move/langeguido/6849aa09ecaa3e6ad9011e91

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