Wie an den meisten Tagen, begann es zu regnen, als ich aufbrach. Ich hätte früher aufbrechen können, wollte man einwenden, aber ich bin überzeugt, dann hätte es früher begonnen.

Daß Regen kein Problem ist, hatten wir ja schon und auch Wind und Kälte, die heute dazu kamen, auch viele Autos und ein paar Steigungen. Ich mahne es so, denn was soll auf 70 km Tagesziel schon dazwischen kommen. So schlimm wird es schon nicht, dachte ich, und das hab mir die Kraft, mal ein Stück durchzuziehen.

Die haben eine sehr schöne Kirche, wohl die größte auf Lofoten. Ich wollte sie standesgemäß fotografieren. Mit ihrem Holzbau ist sie auch ein Abbild der Kultur hier. Dort traf ich Zayde und Douglas aus Schottland, die hier zum Wandern hergekommen sind. Sie fotografierten mich samt der Kirche.

Durch den Regen dampften die Berge (die Wälder) und es sah aus, als wenn Vulkane rauchten. Wir hatten es schon, daß bei schönem Wetter einfacher zu fotografieren, aber vielleicht nicht die spannendsten Bilder entstehen.

Dann kam mal wieder ein Tunnel, insgesamt Nummer 44. Er war nur 800 m lang, aber weil der Verkehr nun doch stärker ist – immerhin haben wir Freitag und Gäste wie Touristen wollen zu ihrer Hütte – war ich froh, bald durch zu sein.

Ich fotografierte die beiden und sprach sie nach dem Tunnel an. Sie fanden das toll und wir tauschten die Nummern aus, damit ich die Bilder senden kann.

Die großen Berge kamen dichter und das Schauspiel mit den Wolken ging weiter. Frans hatte gesagt, es würde am Abend besseres Wetter.

Ich bog am Lyngefjord endlich ab von der E10 auf die kleine Straße 815 nach Stamsund und hatte wieder meine Umfahrung.

Es war ein Restaurant angeschrieben „Aimee“ – noch 7 km. Dann hätte ich immerhin die 40 voll. Die waren insgesamt ziemlich schwer, auch und obwohl ja nun einigermaßen trainiert bin auf die Bedingungen. Auf einer Brücke standen 7m/à Windgeschwindigkeit dran, das klingt erstmal nicht so viel, aber über 25 km/h direkt von vorn ist doch eine Menge. Da fühlen sich 5° an wie 1°.

Auch wenn es von außen etwas verwittert aussah, schon der Name verriet: Kunst am Bau, und so war es auch.

Die tolle Stimmung und der sensationelle Geschmack rechtfertigten den Preis und ich wollte ja Lofoten genießen. Dies war ein Teil davon.


Es zeichnete sich schon beim Hineingehen ins Restaurant ein kaum sichtbarer rosa Streifen dicht über dem Land ab.

Dieser Streifen wurde innerhalb der einen Pausenstunde etwas intensiver und nährte die Hoffnung, daß es wirklich besser würde.
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Wie immer, wenn man naß ist, fiel der Aufstieg nicht ganz leicht, aber nach ein paar Minuten läuft es wieder rund.

Es kamen mir, wie gestern schon, immer wieder Radreisende entgegen: Schmales Gepäck- schnelles Tempo oder viel Gepäck – langsames Tempo. Es ist sicher eine Typ -Frage und hängt aber natürlich zusammen.

Nach ein paar Buchten saugte ich mich an Elliot heran. Er ist in dieser Typologie ein Mittelding. Er macht auch viele Fotos und hat sogar eine Drohne dabei. Der 19jährige stammt aus Avignon und startete in Straßburg zum Nordkap. Nach Süden will er auch noch möglichst weit kommen, bis etwas Neues in seinem Leben anfängt, nachdem er die Mittlere Reife + eine Praxisajsbildung abgeschlossen hat. Eine super Gelegenheit, sich mal umzusehen in Euroa, lieber Elliot. Allzeit gute Fahrt!

Die Klamotten waren durch den Wind wieder trocken, ich kaufte meine Standardlebensmittel in dem kleinen Joker-Supermarkt und kam dann in das coolste Hostel meiner Reise: Das Stamsundhostel gibt es seit 50 Jahren!

Hier gibt es eine Sauna, super schöne mit Holz geheizte Räume und eine insgesamt tolle Atmosphäre.

Sie betreiben auch eine Tauchschule, haben Angelequipment, Boote zu verleihen und Fahrräder!

Mit Mattias, einem der Inhaber des Hostels, und einem Paar aus Deutschland saß ich in der Sauna (niemals nackt auch hier in Norwegen!). Er sprang zwischendurch mal in das eiskalte Hafenbecken und kam mit Eimern weiteren Bier zurück, mit dem er auch aufgoß.

Wir erzählten uns Abenteurergeschichten. Denn Mathias war früher selbst viel unterwegs: Ohne Geld vom Nordkap zum Südkap und andere Kapriolen in über 80 Ländern. Er machte Dokus für das norwegische Fernsehen. Er ist ein Typ, den vergisst man nicht so schnell.


https://www.komoot.de/tour/2322475148?ref=itd
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https://maps.suunto.com/move/langeguido/684d1d375902bd7d2a44cd54
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In dem Hostel war ich auch MaK ein paar Tage, vor mehr als 30 Jahren. Fahren die Gäste noch immer zum Fischen raus und essen den Fang abends gemeinsam?
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Ja, so ist es tatsächlich, den haben sie auf dem Steg fertig gemacht und auch draußen gegrillt und dann (nach Stunden) kamen sie damit rein und aßen ihn.
Die Stimmung war ziemlich einzigartig!
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