IS02 Egilsstadir nach Faskrudsfjördur

Ich hatte in der Vorbereitung von einem Härtetest für mich und mein Poison-Bike geschrieben. Daß es heute schon soweit sein würde, dachte ich nicht. Aber dazu später.

Frühstück im Tehuised

Erstmal Frühstück und Klamotten packen. Auf der Karte sah ich mir nochmal die Strecke an, dann brauchte ich nicht zu navigieren. So viele Möglichkeiten gibt es hier nicht.

Ich nehme die meisten der Fjorde mit.

Ich sprach noch Mike aus Irland an, der sich in Reykjavik ein Rad geliehen hatte und schon 8 Tage unterwegs ist. Er hat eine ähnliche Sportuhr aber das Kabel paßt nicht auf meine. Spät aber nicht zu spät fand ich es doch noch unter dem Schachtisch im Livingroom. Da hatte ich gestern gesessen. Gott sei Dank. Wir wünschten uns gute Fahrt und dann ging es los, jeder in seine Richtung.

Ringstraße Nr.1 nach Süden, also im Uhrzeigersinn

Ich dachte, es ginge nicht großartig hoch, sondern einfach durch das Tal – links 900 m hoch, rechts 1000 m hoch. Aber das Tal selbst ist auch bis 377 m hoch. OK

Immer wieder Wasserfälle undCanyons

Ich versuchte, nicht bei jeder Gelegenheit anzuhalten, aber dann doch sehr oft. Die sich die Hänge hinab stürzenden Massen sind einfach unglaublich.

Alles Schmelzwasser- Millionen Kubikmeter besten Wassers

Als Auto darf man auf der Landstraße nicht anhalten, aber mit dem Rad schon. Ich trat teils auf das Moos, das erst vor kurzem unschuldig gewachsen war, um Bilder zu machen. Wenn das jeder machen würde! OK, nur dieses Mal. Es gibt über 500 Moosarten in Island.

Für dieses Bild auf Moos getreten.

Aber es mußte manchmal sein. bis Reydarfjördur war es trotz Höhenmetern und tausend Photostops eine Spazierfahrt – 32 km.

Abzweig nach Süden

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Dann kam der einzige Abzweig des Tages. Man kann direkt durch einen Tunnel 19 km nach Faskrudsfjördur fahren oder eben außen rum. Ich dachte kurz nach und entschied mich für die Umfahrung, den gesamten Fjord entlang und dann den nächsten zurück.

Die Schafe flüchten in den Hang

Womöglich würden mir sonst grandiose Aussichten entgehen und das Wetter war immer noch ganz gut.

Die Gebirge sind spektakulär.

Die Landschaft wurde immer noch toller und es gab praktisch keine Autos mehr. Jede Menge altes Vulkangestein.

Ach Du Schotter!

Auf den Karten war die Route als Asphalt eingezeichnet, aber dann kam Schotter der getrocknet auch noch staubte, wenn mal eine Böe oder ein Auto kam.

Islandpferde

So eine Landschaft habe ich noch nicht gesehen. Mit den Bergen und der Schotterstraße kam ich mir bald vor wie auf dem Pamirhighway, aber der Ozean, der sich in den Fjord schiebt, kommt auch noch hinzu, magisch. Wenn man die Anstrengung beiseite ließ. Ich war nun unter 10 km/h – also langsamer als Laufen. Aber trotzdem schön.

Die Schafe sind so süß!

Es gibt ein paar Verkehrsschilder, die wichtig sind: Einbreið Brú – eine einspurige Brücke (wer zuerst ankommt, hat Vorfahrt), BLINDHÆD – unübersichtliche Kuppe, MALBIK ENDAR: Asphalt endet, Schotter fängt an.

Hier kommen wirklich Steine runter!

Die Schotterstraße ging nur ein paar Kilometer aber vorn an der Spitze fing sie wieder an. Asphalt wäre an diesen Stellen auch sinnlos, denn die Straße wird spätestens im Winter durch abrutschen oder Abbrechen von Schottermassen derart deformiert, daß sie mit Planierfahrzeugen wieder hergerichtet werden muss. Deshalb dauert es auch bis in den Sommer hinein, daß halbwegs alle Straßen wieder offen sind. Im Moment sind noch viele Strecken im Landesinneren gesperrt.

Vor kurzem wieder hergerichtete Straße

Statt Schotter gab es mittendrin eine andere Komplikation: Der Wind war derart heftig, daß ich nur noch in der Mitte fahren konnte, um rechtzeitig auf Böen reagieren zu können. Meine Geschwindigkeit lag bei Nahe Null. An Fotografieren war nicht zu denken. Ich mußte den Lenker festhalten und mich konzentrieren undzwar im kleinsten Gang. Davon hatten mir auch „alle“ erzählt. Voll krass. Zweimal mußte ich absteigen und schieben. kurz vor der Spitze hatte ich drei Komplikationen: Wind, wieder Schotter und Steigungen.

Magische Felsen und der Abraum unten

Außerdem hatte ich ziemlich Hunger. Aber auch an Kochen war bei dem Wetter nicht zu denken. Es zogen nun auch Regenwolken auf, und ich rechnete damit, daß der bald einsetze. Statt Galão und drei Kuchen wie in Portugal bei meinem Abenteuer Atlantik, warf ich mir sehr lange überlagerte Dextro Energen ein. Und ich probierte die abgelaufenen Protein- Dinger. Das sind alles Überbleibsel meiner Marathons, die ich in einem Anfall von Hilflosigkeit für diese Situation eingepackt hatte. Ist doch gut, wenn auch nicht so gemütlich wie in Portugal!

Abenteuer Atlantik: Die besten Bilder Portugal

Ich hatte mir Gedanken zur Windrichtung nach der Spitze gemacht. Aber tatsächlich flaute der ab und kam von hinten, je näher ich meinem Ziel kam.

Gegenüber schwarze Berge

Morgen fahre ich auf der anderen Seite – immerhin auf Asphalt, denn dann bin ich wieder auf der Ringstraße. Das Abenteuer Island wird noch lustig !

So sehen die wenigen Höfe hier aus

Ich dachte noch darüber nach, ob man irgendwo klingeln sollte für heißes Wasser. Denn dann könnte ich eine meiner Mahlzeiten machen. Aber diese Höfe sehen so verwahrlost und abweisend aus. Da kommt bestimmt gleich ein riesiger Hofhund aus der Einfahrt geschossen. Und außerdem, sie mögen keine Radfahrer und sie haben keine Klingel. Das ginge nur, wenn man direkt eine Person an der Zufahrt abpassen würde. Dann würden sie bestimmt helfen. Dieser Hof erinnerte mich an den Film Sture Böcke. Da sieht es auch so aus.

Ich erreichte den Supermarkt, bevor er zu machte und kaufte mir eine Pizza und ein Fertiggericht. Das würde mir die Wirtin später warm machen.

Mein Essen in den nächsten drei Wochen

Insgesamt ein toller Tag mit Herausforderungen. Genau so hatte ich mir das vorgestellt!

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Meine besten Videos in einem guten Film – so sehe ich Island!

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2 Gedanken zu “IS02 Egilsstadir nach Faskrudsfjördur

  1. Lieber Guido. Dein Tagesbericht liest sich sehr abenteuerlich jedoch interessant. So kann ich auf diese Art deine Tour mitfahren. Mehr geht auch nicht. Schotterstraße, Steigung und starker Wind. Wenn du schon die Geschwindigkeit gegen Null kommen lässt und dann nur schiebend weiter kommst, möchte ich mir nicht vorstellen, wie es bei mir wäre.
    Ich freue mich schon auf den nächsten Bericht.

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  2. Hallo, Guido, knapp 82 km in sechseinhalb Stunden und das bei den Pistenverhältnissen! Sind die Einheimischen wirklich so abweisend? Ist man als Radfahrer nicht willkommen?Einfach mal ausprobieren… und dann diese Landschaft und Natur, von Umwelteinflüssen wohl noch nicht so betroffen! Ich bin gespannt, wie das weitergeht! Viele Grüße aus Neadasch, Peter

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