IS05 Höfn nach Svinafell

Bevor wir losfahren muss ich noch auf das Hostel in Höfn eingehen. Es waren alle Sorten Menschen dort versammelt: gepiercte, dunkle, rundliche, vegan lebende, alte, weiße von allen Kontinenten. Das hätte ich nicht erwartet und ich finde das spannend. Alle kochten am Abend durcheinander chinesisch, indisch, italienisch oder ganz einfach wie ich, der sich nur drei Pizzaschnitten warm machte. Ab 22 Uhr sollte Ruhe sein, aber in der Küche diskutierten sie bis in die Nacht in allen Sprachen.

Morgens auf der Weide in Höfn

Beim Frühstück ging es so weiter. Ich fragte einen Mann, der Probleme mit dem WLAN gehabt hatte und schon wieder vor seinem Laptop saß, ob denn alles liefe. Ja wunderbar Bund er möchte mir etwas auf meinem Handy zeigen. Da hat er doch in drei Schritten mich als Abonnenten seines YouTube Kanals hinzugefügt! Unglaublich, wo gibt’s denn sowas. Lee aus Montreal kannte mich da aber schlecht. Nun mußte er seinerseits meinen Blog öffnen und abonnieren. Er fragte noch: „muß ich das?“ Ja, lieber Lee, das muß sein! Mich hat die Geschichte den Tag über beschäftigt, weil ich selten so überrumpelt wurde.

Bei diesen Distanzen hat man schon Respekt

Ich packte zügig zusammen, denn heute waren 130 km angesagt. Aber gleich am Ortsausgang fotografierte ich schon wieder die Pferde vor der Kulisse der Gletscher. Ein großer Teil der Zeit geht für Fotografieren drauf. Aber wahrscheinlich brauche ich die Pausen sowieso zum Ausgleich für die Sitzerei auf dem Rad.

Ich kam dem Vatnajökull Gletschermassiv immer näher

Man kann in Island in niedriger Höhenlage des Gletscher beobachten, und das machte ich heute über Stunden!

Dieser viele Meter dicke Eispanzer schiebt sich talwärts und taut aber stetig schneller ab als er sich neu aufbaut

Heute wieder Tiergeschichten: Ein kleiner nerviger Vogel attackierte mich. Aber es konnte sicher nichts passieren, weil ich einen Helm aufhatte. Wann immer ich in den letzten Tagen dachte, es sei was kaputt und quietschte, waren es diese Vögel.

Nun hab ich endlich mal einen fotografieren können

Beinahe in einen Tagtraum gesunken wurde ich durch einen Hund geweckt. Er überholte mich rechts und lief nebenher!

Der Australian Shepherd schien ungefährlich

Der Hund hatte eine gute Konfition und ich hatte Mühe mitzuhalten. Ich fragte mich nur „Wo will der hin?“ Bestimmt gehörte er zu einem der Höfe hier. Aber nein, er rannte immer weiter. Das konnte nicht gesund sein.

Mein Begleiter

Als erstes fuhr ich mal langsamer und sprach ihn an.aber so richtig ließ er sich nicht bremsen. Wir passierten einige Gehöfte. Einmal wechselte er sogar die Straßenseite und ich mahnte die Autos, vorsichtig zu sein!

Freiheit!

An einer Einbreidbru wartete ich auf den Gegenverkehr und er mit mir. Ich mußte etwas unternehmen! Nachher wurde ich ich berühmt wie Jonas Deichmann, der in Mexiko einen herrenlosen Hund als Begleiter hatte und damit ins erste Fernsehprogramm kam.

Die Besitzer?

Hinter der Brücke parkte ein Wohnmobil mit Matteo, Verena und Giaccomo vom Lago Maggiore. Aber sie kannten den Hind auch nicht. Wir sprachen und sie identifizierten die Telefonnummer am Halsband. Matteo kontaktierte den Besitzer und alles wurde gut. Nun mußten wir nur aufpassen, daß er nicht wieder davon lief. Verena zog ihr Halstuch ab und knotete es als Halsband des Hundes. Sie hat selbst fünf Hunde und hätte nun beinahe einen Sechsten gehabt. Gut, daß diese Hundegeschichte so ganz anders war, als die in Aserbaidschan!

Mit Jim aus North Carolina

Jim brüllte schon von weitem, ob alles OK sei? Wir hielten an und sprachen. Er fährt auf einem alten australischen Tourenrad Marke „Atlantis“ rund um die Insel. Es war heute nicht einfach für ihn (Gegenwind) aber er war bestens gelaunt. Ein toller Kerl. Er erzählte mir von einer Irlandrundfahrt über 1500 Meilen. Ja das könnte man auch mal machen!

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Der Gletscher ist echt gewaltig. Den allergrößten Teil sieht man nicht, denn das viele Kilometer messende Eismassiv liegt oben drin zwischen den Kuppen wie in einer Schüssel

So ein Gletscher ist eine super Kulisse. Ich wollte eigentlich weniger fotografieren, um schneller voran zu kommen, aber wie sollte das gehen?

Brücke am Großen Gletschersee

Von weiten sah ich eine lange in der Sonne glitzernde Struktur. Was sollte das sein? Ein Autostau? Wo soll der herkommen? Es war einer von zwei Parkplätzen an der Gletscherlagune. Es waren sehr große Zelte aufgebaut, ein paar Buden, Grillrauch stieg auf. Zivilisation! Ich war bei km 85 und wollte jetzt noch nicht pausieren. Gerade hatte ich mich mit einem Bikepacker aus Toulouse abgeklatscht. Ich hatte ihm von meiner zum Dauergebäck gereiften Spezialität aus Stödvarfjördur abgegeben und wir kauten zusammen das trockne Zeug. Ein ganz toller Kerl, der schon durch halb Europa geradelt ist. Vielleicht treffe ich ihn, Jim und die anderen wieder, die anders herum Island umrundeten. Die meisten kommen mit dem Flieger und fahren ab Reykjavik.

Hier kommt reichlich Schmelzwasser in den Atlantik

Die Eisbrocken treiben im Wasser dem Atlantik zu, ein tolles Schauspiel, das Hunderte anlockt. Fette Icetrucks bringen Schaulustige in ihren Daunenjacken auf dem Gletscher oder mit Booten zwischen die Eisbrocken.

Ich versuchte wieder Selfies in der Schotterwüste rechts der Straße

Es war nicht leicht, das Rad in dem Geröll aufzustellen. Gerade als es umgefallen war und ich mich neu justieren wollte, hupte es von der Straße! Das war Anna aus Amberg mit ihrer Mutter. Sie ist eine Freundin von Tim Kleinwächter, dem Parasportler, mit dem ich im Februar Tamdem gefahren bin! Was für eine tolle Überraschung. Er hatte sie informiert und sie hatten mich dann tatsächlich gefunden.

Mit Fotografin is besser

Ich durfte sie einspannen, um Fotos vor der Gletscherkulisse zu machen. Anna ist gut darin und ich bin happy, ein paar tolle Bilder zu haben. Wenn einmal das Buch „Abenteuer Island“ entsteht, soll das Bild aufs Cover. Schaun mer mal.

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Holt Euch diese Abenteuer!

Vielen Dank, liebe Anna, ich habe inzwischen mal durchgeguckt, die sind richtig gut geworden!

Man kann sich nicht satt sehen daran und ich hatte das je viele Stunden lang vor Augen!

Der Hund, fotografieren, warum bin ich eigentlich trotz der vielen Kilometer nicht später angekommen als sonst? Ich hatte zumeist Rückenwind – ein unglaublicher Vorgang im Radfahrerleben!

Ich fuhr im Halbkreis um den Gletscher herum

Die restlichen 40 km spulte ich schnell ab und fuhr an der Unterkunft vorbei zu einer Tankstelle.

Gegenüber dieses Bild!

Die hatten was zu essen und ich konnte mein Frühstück einkaufen.

Veggieburger, Pommes und Tagessuppe

Die Unterkunft wußte nichts von meiner Reservierung, oh Schreck, aber sie hatten noch Gästezimmer.

Ein Haus, wie es typischer für Island nicht sein kann
Mein Rad stellte ich im Stall ab

Es war kein weiterer in diesem Haus, alle nahmen den Campingplatz. So machte ich es mir gemütlich und sah aus dem Fenster den Pferden zu.

Hinterm Haus ein Wasserfall – das ist Island!

Heute eine nicht ganz so perfekte Ansicht meiner Tour, die Sportuhr hatte sich verabschiedet und es sind zwei Teiltouren aufgezeichnet. Hier aber die Übersicht.

Abonniere meine Videos zum Abenteuer Island und like sie, wenn sie Dir gefallen. Hier geht’s zum neuesten Video:

Meine besten Videos in einem guten Film – so sehe ich Island!

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2 Gedanken zu “IS05 Höfn nach Svinafell

  1. Lieber Guido. Deine 5. Etappe ließt sich sehr interessant. Deine tollen Begegnungen, die einzigartige Landschaft. Wunderbar. Da gibt es viel Stoff für dien Buch über Island. Die 135 Km sind schon enorm. Glücklicherweise spielt das Wetter mit, wie deine Bilder es verraten. Hab noch einen schönen Tag.

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