Ich wollte wenigstens den Hafen von Siglufjördur würdigen, bei den vielen bunten Höusern ist es vielleicht nicht so wichtig, sie nicht von Nahem gesehen zu haben.

Das meiste sind Boote für Hochseeangler, ein im übrigen ziemlich brutales Hobby. Die Angeln sind nicht vergleichbar mit dem Material, das man am heimischen Dorfteich benutzt. Um den riesigen Fisch zum Schluß an Bord zu kriegen, hilft es nur, einen Haken in den lebendigen Rumpf zu schlagen. Ich habe das auf Videos von „Fisch&Fang“ gesehen. Vor allem Männer mögen das wohl.


Wie es sich für einen Fjord gehört, ist er eingefasst von Bergen, die auch noch Schneekuppen haben.

Der Frühling kommt nach Siglufjördur, dachte ich, als ich das aufklarende Wetter sah. Aber ich fürchtete mich vor der heutigen Etappe. Sie ist nur 80 km kurz, aber es werden aberwitzige Höhenmeter ausgewiesen. Und ja – die Berge ringsum sind hoch!


Und es war tatsächlich nicht so schlimm. Die beiden ersten Tunnel waren zweispurig, ich knipste meine Lichter an und dann genoß ich die Fahrt. Ich liebe ja Tunnel,

Um die Tunnel ranken sich ja verschiedene Geschichten. Neulich sah ich einen US Blockbuster, wo die Unsicherheit in den isländischen Röhren thematisiert wurde. Draußen meterhoch Schnee, drinnen brennende Autos, aber es wird natürlich alles gut.

Eine andere hat der freundliche Wirt vom Buchcaf‘e „Klara“ in Olafsfjördur erzählt: Es gibt durch alle vier Tunnel in der Nähe ein Radrennen. Ich habe im Netz darüber nichts gefunden. Er sagte, die gesamte Distanz beträgt 85 km und es gibt nur zwei Menschen, das je unter zwei Stunden geschafft hätten. Eine tolle Sache. Ich habe allein für die beiden Tunnel nach Olafsfjördur (17 km) 46 Minuten gebraucht. Aber ich mache auch kein Radrennen sondern eine Reise.

Der Ort liegt zwischen den beiden modernen Tunneln 3km und 6 km lang auf der einen Seite und einem schmalen einspurigen Tunnel südlich auf der anderen Seite. Da müssen die Autos warten, wenn Gegenverkehr ist. Das hatte ich gestern schon vor Siglufjördur.


Das Wetter im Fjord wurde besser, je tiefer ich hinein fuhr und am Ende liegt Akureyri.

Es ging zwar auf und ab bis Dalvik und weiter nach Akureyri, aber so schlimm war das nicht.

Wo Schnee auf den Kuppen liegt, fließt reichlich Schmelzwasser. In Dalvik hielt ich auch nochmal kurz (km 34). Aber eigentlich suchte ich nur nach etwas Besonderen in diesem Ort. Es gab einen Werkzeugladen und ich versuchte wieder mein Glück, eine Fahrradschlauch zu kaufen. Denn es würde die Notwendigkeit dafür bestehen. Ganz sicher.

Aber er hatte keinen, will sich nun eine gängige Größe bestellen und Reparatursets. Mir begegneten bisher vielleicht 30 Radfahrer, die Island umrunden, also könnten gleichzeitig etwa 100 Menschen so unterwegs sein. In der Saison macht das vielleicht 800 Biker, den meisten wird ein Platten widerfahren. Das ist der Markt.

Ab Dalvik geht die Fähre nach Grimsey, der isländischen Insel am Polarkreis.

Florent, den ich am Vortag traf, hatte dort reichlich Puffins fotografiert, die typisch islandischen Vögel. Er hat mir Bilder zugeschickt:

Vielen Dank, lieber Florent.


Meine erste Mission war der Fahrradladen. Denn es gibt nur einen in Akureyri und vielleicht zwei in Reykjavik. Das war’s. Sie waren sehr nett. Ich bekam zwei Michelin (bin ein großer Fan von Michelin) und ich durfte mir von ihrem Öl etwas auf die Kette geben. Hier ist Utisport.

Die Innenstadt der zwanzigtausend Einwohner Stadt Akureyri ist auch nicht kleiner als die von Reykjavik. Viele schöne Häuser mit Holz verkleidet. Das mögen wir Touristen!

Nach dem Essen kehrte ich zurück ins Hostel um noch etwas Gesellschaft zu haben. Spätestens ab morgen bin ich wieder auf mich gestellt.

Da waren zunächst mal Jacob aus Erfurt und Paolo aus Polen (ich dachte erst, er sei aus Südamerika, aber das war ein Trugschluss. Pavel heißt er auch nicht – dann wäre er aus Tschechien – aber so ähnlich. Er ist Tourguide für Wanderer. Jacob übrigens für Ski und Walewatching. Nach dem offiziellen Feierabend wurde es bunt: Claudia (Madeira), Tera (Texas), Mario (Guatemala), Noel, Jack und ein Dritter aus Atlanta, Georgia und noch mehr. Auch mir fiel es schwer, den Überblick zu behalten. Wir feierten ein bisschen Mittsommer.

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Spontan international Mittsommer feiern, so muss es sein lieber Guido. Alle verstehen sich und respektieren einander, trotz der unterschiedlichen Mentalitäten. Warum geht das in der großen Politik nicht auch so. Wie ich es erkennen kann war es eine schöne Etappe trotz der Höhenmeter. Ich freue mich schon auf die nächste Etappe.
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