Durch die lange Distanz gestern, hatte ich schon einen Teil von heute vorweg genommen. So war es eine gemütliche Tour bei bestem Wetter mit den Freuden der angehenden Saison. Das Wetter paßte und der Wind kam teilweise schräg hinten. Das sind paradiesische Bedingungen, die nicht lange so bleiben werden.

Ich folge mehr oder weniger seit Malmö dem Sydkustleden. Allerdings wird es mir dann zu bunt, wenn der Radweg schadhaft und die Straße herrlich glatt und das fahren erlaubt ist.

In Ystad war ich vor einigen Jahren schon einmal und suchte damals – meine Söhne im Schlepptau – zu Fuß nach der berühmten Polizeistation aus den Kommissar Wallander-Filmen. Aber sie sah ganz anders aus, ein riesiger uninspirierter Betonklotz. Gut daß ich dieses Mal nicht die Ambitionen hatte. Ich wollte einfach nur eine Stunde am Hafen sitzen und ein Eis essen. Das war herrlich.

Je kürzer die Tagestour, desto besser kann man trödeln. Ich beschloss abseits der Straße 9 auf der kleinen Nebenstrecke durch die Dörfer direkt am Meer entlang zu fahren, also über den Östrakustvej. Das ist nichts vegetarisches sondern der östliche Küstenweg, denke ich. Der ging über Kåseberga. Es gab tatsächlich Berge, also Hügel. Gemessen an davor und danach eine sehr wellige Landschaft. Bevor es richtig losging mit den Bergen, kaufte ich mir eine Schale Erdbeeren – 50 Kronen , Schwedische Kronen. 1 €= 10SEK, stand auf einem der Schilder. Die Dänische Krone ist etwa 25% mehr wert. Auch der Kurs der DKR stand auf den Schildern und ich hatte als einziges Bargeld einen dänischen Fünfziger. Wer weiß, wann ich den sonst wieder hätte gebrauchen können. Dieses Bargeld hatte ich auch schon über 20 Jahre verwahrt. Den entsorgte ich jetzt.

Die Erdbeeren konnte ich gut während der Fahrt wegnaschen und war gar nicht so hungrig, als ich in Skillinge am Hafenkrug ankam.

Ich mußte die Gelegenheit zum Essen nutzen, denn ein Supermarkt hatte wegen des Nationalfeiertags nicht geöffnet. Die Leute waren alle fein angezogen und von einer zurückhaltend höflichen Fröhlichkeit, wie man sie aus den seichten Schwedenkrimis kennt.

Nach dem Hafenfoto brauchte ich nur noch ein kurzes Stück nach Brantevik fahren, und weil die Wirtin noch nicht vor Ort war, im Hafen zwei geräucherte Makrelen kaufen zum Abendbrot. Ich glaube, ich habe heute zuviel gegessen.
Anstatt früh ins Bett zu gehen, unterhielt ich mich bis in die Nacht mit dem 80-jährigen Martin aus Gävle, der die ganze Welt gesehen hat. Er hatte seinen Gehstock zwischen die Knie geklemmt und war glücklich darüber, soviel erlebt zu haben. Älteren Menschen sieht man oft nicht an, wie cool sie sind.

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