Den Regen abzuwarten, bevor es losgeht ist selten eine gute Idee. Heute hat es funktioniert. Die halbe Nacht hatte ich eine Mischung aus Meeresrauschen, Blätterrascheln und Regen im Ohr und schlief ansonsten fantastisch. Ich war früher auf und ließ mir trotzdem Zeit.

Es klarte auf und ich hatte auf den ersten Kilometern Richtung Faxe sogar Rückenwind!

Ich wollte nicht einfach so vorbei fahren und drehte eine Runde durch den Ort. Die berühmte Brauerei ist fast versteckt und unscheinbar. Dann fand ich noch den sehenswerten Kalksteinbruch. Wenn der mal erschöpft ist, gibt das ein schönes Habitat!

So flog ich dahin und hatte die 45 km bis Køge bald erreicht. Ich wollte am Hafen schnell einen Kaffee trinken, aber schnell geht hier in Dänemark irgendwie nicht.

Ich mußte warten, bis ich plaziert wurde und obwohl ich direkt sagte, eigentlich nur einen Milchkaffee zu wollen, hatte ich das gesamte Prozedere zu durchlaufen: Platzanweisung, Speisekarte, Auswahl, Bestellung, Servieren Kaffee, Servieren Süßspeise, Bezahlung. Das dauerte eben.

Ich drehte richtig auf entlang der vielen Vororte, die sich wie eine Perlenkette an der Küste aufreihen. Zum ersten Mal in diesem Abenteuer wurde ich überholt von Stromlinien geformten Radfahrenden, die ihr Training machten oder einfach einen Ausflug. Wir trieben uns gegenseitig und holten uns an der nächsten roten Ampel wieder ein. Das machte Spaß und ich kam voran.

Denn ich lernte nebenbei, heute, am 5. Juni ist Nationalfeiertag in Dänemark und fast alle haben frei. Das Wetter wurde auch immer besser und also ist es ein idealer Tag für einen Ausflug!


Ich brauchte nach 85 km etwas zu essen. Es ist hier nicht billiger als in der EU – also im restlichen Kopenhagen. Cool aber nicht sensationell. Ein Teil der inzwischen verrotteten Häuser und Straßen wird nun behutsam erneuert.

Wieder herausgekommen, stand ich vor der Vor Frelsers Kirche mit einer spiralförmigen Außentereppe. Sowas habe ich noch nicht gesehen.

Die Stadt war bevölkert von Fans des Fußball Nationalteams „Danish Dynamite“ der Herren, denn es sollte ein Freundschaftsspiel gegen. Die fahren ja auch zur EM, während Schweden und Finnland zuhause bleiben müssen.

Ich hatte nur noch meinen nächsten Punkt im Kopf: Mit dem Zug über die Brücke. Zwei Spanier und ich navigierten gemeinsam durch das Menu des Verkaufsautomaten, damit wir für die Fahrr korrekt ausgestattet waren.

Ein Mann aus dem französischen Jura, der seit Jahren in Kopenhagen lebt, erklärte mir einiges zum Zug. Er wurde abgelöst durch Larissa, die ein Jahr in Malmö gewohnt hat und nun Ihre Freunde besucht. Denn, welch Wunder, Schweden hat morgen, am 6.6. Nationalfeiertag! Na, das läßt sich gut merken.

Rund um den Bahnhof in Malmö und auch später in der Innenstadt war es unglaublich laut. Große Trucks hupten unablässig, die Leute auf der Ladefläche riefen, schrieen und schwenkten Fahnen. Das ist ihre Art, den Schulabschluss zu feiern.




Als nächstes machte ich erstmal die dänische Flagge ab, am Zielort kommt die schwedische dran. Aber bis zum Ziel war es noch weit. Ich sah jetzt erst, wie ich mich verplant hatte: Statt geschätzte 27-30 waren es noch 48 km!

Also half meine geplante Route nichts und Google machte auch nur Blödsinn. Ich wollte an diesen Punkt und dann möglichst geschmeidig wieder auf die Straße nach Trelleborg. Durch den Brückenkopf war es nicht so einfach. Und meine Uhr hatte dann auch einen Saft mehr.

Heute habe ich nicht so eine schöne Grafik, denn meine Uhr hatte sich entladen, so ist die Strecke ohne das Zwischenstück von 22 km gezeichnet.

Wenn morgen Feiertag ist, muß ich mir mit dem Essen etwas einfallen lassen, zumal das Hostel auch weitab von jeder Gelegenheit liegt. Ich kaufte also in Trelleborg noch ein und packte alles oben drauf auf die Arschrakete.

Es ging gut voran, aber es war weit. Der Leuchtturm aber war es wert. Er erinnerte mich an den von Suurupi vor den Toren Tallins, wo ich in letzter Not eine Unterkunft gefunden hatte. Dabei war dieser hier aus Metall, der in Suurupi aus Stein gemauert.

Es waren zwar nur 69 Stufen hinauf, aber ich mußte sie zweimal hoch, denn ich brauchte jetzt das Weitwinkelobjektiv. Es ist übrigens der südlichste Punkt von Schweden und damit der gesamten skandinavischen Halbinsel. Nun geht es nur noch nach Norden.

geöffnet für dieses Foto.
Wohlbehalten, fix und fertig aber glücklich machte ich mir ein paar Brote und unterhielt mich mit Utko und Jasmin aus Lund. Die Kinder waren im Bett und sie genossen ein Glas Wein. Leider konnte man das Spiel nicht im Fernsehen verfolgen, das Dänemark übrigens 2:1 gewann.
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It was nice to meet you and chat in Smygehuk! We will be following your journey. Google translate does the job well 🙂 good luck up north! Jasmine and Utku
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Oh, thats absolutely great, you both. Have a nice summer! Today until Kalmar.
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Hälsningar från Göteborg. I’m on the road again. – Larissa 🙂
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Oh, that sounds great! Have a good trip, no headwind!
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