DK03 Faxe-Køge-Kopenhagen/Malmö-Trelleborg-Smygehuk

Den Regen abzuwarten, bevor es losgeht ist selten eine gute Idee. Heute hat es funktioniert. Die halbe Nacht hatte ich eine Mischung aus Meeresrauschen, Blätterrascheln und Regen im Ohr und schlief ansonsten fantastisch. Ich war früher auf und ließ mir trotzdem Zeit.

Mein karges Frühstück

Es klarte auf und ich hatte auf den ersten Kilometern Richtung Faxe sogar Rückenwind!

Kalksteinbruch in Faxe

Ich wollte nicht einfach so vorbei fahren und drehte eine Runde durch den Ort. Die berühmte Brauerei ist fast versteckt und unscheinbar. Dann fand ich noch den sehenswerten Kalksteinbruch. Wenn der mal erschöpft ist, gibt das ein schönes Habitat!

Ostseestrand bei Køge

So flog ich dahin und hatte die 45 km bis Køge bald erreicht. Ich wollte am Hafen schnell einen Kaffee trinken, aber schnell geht hier in Dänemark irgendwie nicht.

Am Hafen nur einen Kaffee…

Ich mußte warten, bis ich plaziert wurde und obwohl ich direkt sagte, eigentlich nur einen Milchkaffee zu wollen, hatte ich das gesamte Prozedere zu durchlaufen: Platzanweisung, Speisekarte, Auswahl, Bestellung, Servieren Kaffee, Servieren Süßspeise, Bezahlung. Das dauerte eben.

Modern und nachhaltig wohnen in Kopenhagen

Ich drehte richtig auf entlang der vielen Vororte, die sich wie eine Perlenkette an der Küste aufreihen. Zum ersten Mal in diesem Abenteuer wurde ich überholt von Stromlinien geformten Radfahrenden, die ihr Training machten oder einfach einen Ausflug. Wir trieben uns gegenseitig und holten uns an der nächsten roten Ampel wieder ein. Das machte Spaß und ich kam voran.

Das Banner ist aufgezogen

Denn ich lernte nebenbei, heute, am 5. Juni ist Nationalfeiertag in Dänemark und fast alle haben frei. Das Wetter wurde auch immer besser und also ist es ein idealer Tag für einen Ausflug!

Zum Beispiel in das unabhängige Christiania
Das ist so eine Art Republik Freies Wendland, eine legendäre Hippie-Kommune

Ich brauchte nach 85 km etwas zu essen. Es ist hier nicht billiger als in der EU – also im restlichen Kopenhagen. Cool aber nicht sensationell. Ein Teil der inzwischen verrotteten Häuser und Straßen wird nun behutsam erneuert.

Vor Frelsers Kirche

Wieder herausgekommen, stand ich vor der Vor Frelsers Kirche mit einer spiralförmigen Außentereppe. Sowas habe ich noch nicht gesehen.

Ebenfalls unglaublich, die Überreste des vor kurzem niedergebrannten Börsengebäudes, ein schrecklicher Verlust.

Die Stadt war bevölkert von Fans des Fußball Nationalteams „Danish Dynamite“ der Herren, denn es sollte ein Freundschaftsspiel gegen. Die fahren ja auch zur EM, während Schweden und Finnland zuhause bleiben müssen.

Keine Zeit, in den Tivoli zu gehen.

Ich hatte nur noch meinen nächsten Punkt im Kopf: Mit dem Zug über die Brücke. Zwei Spanier und ich navigierten gemeinsam durch das Menu des Verkaufsautomaten, damit wir für die Fahrr korrekt ausgestattet waren.

Abfahrt Gleis 5 verlegt auf Gleis 6

Ein Mann aus dem französischen Jura, der seit Jahren in Kopenhagen lebt, erklärte mir einiges zum Zug. Er wurde abgelöst durch Larissa, die ein Jahr in Malmö gewohnt hat und nun Ihre Freunde besucht. Denn, welch Wunder, Schweden hat morgen, am 6.6. Nationalfeiertag! Na, das läßt sich gut merken.

Feiernde Abiturient:innen

Rund um den Bahnhof in Malmö und auch später in der Innenstadt war es unglaublich laut. Große Trucks hupten unablässig, die Leute auf der Ladefläche riefen, schrieen und schwenkten Fahnen. Das ist ihre Art, den Schulabschluss zu feiern.

Ich versuchte ein paar Aufnahmen von der Innenstadt…
… denn sonst hätte ich gar nicht bis Malmö Central fahren brauchen,
wenn ich von der Stadt nichts hätte sehen wollen.
Immerhin bekam ich Aufkleber von Schweden, der Region Skåne und sogar Dänemark.

Als nächstes machte ich erstmal die dänische Flagge ab, am Zielort kommt die schwedische dran. Aber bis zum Ziel war es noch weit. Ich sah jetzt erst, wie ich mich verplant hatte: Statt geschätzte 27-30 waren es noch 48 km!

Denn ich wollte unbedingt einen großen Umweg am Wasser entlang nehmen, um die Øresundbrücke zu fotografieren, über die ich eine Stunde zuvor gefahren war.

Also half meine geplante Route nichts und Google machte auch nur Blödsinn. Ich wollte an diesen Punkt und dann möglichst geschmeidig wieder auf die Straße nach Trelleborg. Durch den Brückenkopf war es nicht so einfach. Und meine Uhr hatte dann auch einen Saft mehr.

Nach dem Bogen etwa die weiße Straße bis Trelleborg und dann weiter zum Ziel – 140 km gesamt

Heute habe ich nicht so eine schöne Grafik, denn meine Uhr hatte sich entladen, so ist die Strecke ohne das Zwischenstück von 22 km gezeichnet.

Immerhin ging es bei abendlichem, strahlendem Wetter wieder am offenen Meer entlang

Wenn morgen Feiertag ist, muß ich mir mit dem Essen etwas einfallen lassen, zumal das Hostel auch weitab von jeder Gelegenheit liegt. Ich kaufte also in Trelleborg noch ein und packte alles oben drauf auf die Arschrakete.

Und dann kam gegen 19:45 mein Ziel in Sichtweite, der Leuchtturm von Smygehuk!

Es ging gut voran, aber es war weit. Der Leuchtturm aber war es wert. Er erinnerte mich an den von Suurupi vor den Toren Tallins, wo ich in letzter Not eine Unterkunft gefunden hatte. Dabei war dieser hier aus Metall, der in Suurupi aus Stein gemauert.

Erbaut 1883 und natürlich mit einer langen Geschichte – Leuchtturm Smygehuk.

Es waren zwar nur 69 Stufen hinauf, aber ich mußte sie zweimal hoch, denn ich brauchte jetzt das Weitwinkelobjektiv. Es ist übrigens der südlichste Punkt von Schweden und damit der gesamten skandinavischen Halbinsel. Nun geht es nur noch nach Norden.

Verbotener Weise die Luke nach draußen
geöffnet für dieses Foto.

Wohlbehalten, fix und fertig aber glücklich machte ich mir ein paar Brote und unterhielt mich mit Utko und Jasmin aus Lund. Die Kinder waren im Bett und sie genossen ein Glas Wein. Leider konnte man das Spiel nicht im Fernsehen verfolgen, das Dänemark übrigens 2:1 gewann.

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4 Gedanken zu “DK03 Faxe-Køge-Kopenhagen/Malmö-Trelleborg-Smygehuk

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