An das Johanssens Gårdhotel in Östhammar hätte ich mich gewöhnen können. Sehr gemütlich und sehr zuvorkommend. Auch würde mich interessieren, was der Ort jetzt am Wochenende macht, und wie sie Mittsommer feiern. Denn es wurde gestern schon viel dafür aufgebaut. Offenbar feiert man Mittsommer wie bei uns Kirmes.

Nur daß bei uns jeder Ort zu einem anderen Datum feiert. Wieder unterwegs, sah ich ein paar Kilometer weiter einen großen Flohmarkt, der eine lange Tradition zu haben scheint.

Ich weiß jetzt auch, was Loppis heißt: Flohmarkt

Das Treiben erinnert mich an eine Institution bei uns, obwohl es etwas ganz anderes ist: Den Beller Markt. Dort wird nur Neuware verkauft, von professionellen Händlern. Aber es kommen eben auch an einem Tag an die 30.000 Menschen auf eine Wiese bei Bell, um etwas zu kaufen. Oder zu verkaufen. Und einen Tag später ist der Spuk wieder vorbei. Ich werde dieses Jahr am 24. Juli auch erstmals einen Stand haben mit meinen Büchern.
—————————————————————————- In meinem kleinen Verlag Ampelpublishing.de habe ich Bücher, eBooks und Hörbücher für Euch , (Baltikum = Baltic Adventure – also in English).

Nach den Fotos fuhr ich weiter auf der Straße 76 Richtung Norden, die mir so gut gefällt: wenig Autos und ein Seitenstreifen und schön geradeaus.

Nun gab es über 30 km wenig zu sehen, außer den Wald links und rechts. Je mehr nach Norden, desto Rotkäppchen wird er.

Ich passierte Forsmark, was irgendwo rechts im Wald lag. Woher kannte ich das? Die Schilder klärten mich auf: „Kärnkraftverk“ und „Vattenfallgymnasium“. Das ist das beste: wenn man die Schüler gleich von klein auf selbst darüber unterrichtet, wie unverzichtbar und wie sicher Atomkraft ist. Und Vattenfall klingt auch erstmal nach Wasserfall und nicht nach einem riesigen Energiekonzern.
In Deutschland gibt es nur sehr wenige Parteien, die offen für die Kernkraft werben, Leider wurden sie jüngst zahlreich gewählt, sogar in unserem Dorf!

Und dann kam der Beweis, daß ich wirklich im Norden bin. Man kann Rentiere gewärtigen. Vor 14 Jahren habe ich sie in Lappland auf der Landstraße rumlaufen sehen. Bin gespannt, ob mir das hier auch passiert.

Wo es viel Wald gibt, wird Holz geschlagen und zu Zellulose und weiter zu Papier verarbeitet.

So kam ich nach Gävle und war überrascht, wie groß die Gebietshauptstadt ist.

Mein Vandrarhem lag am Rande des Stadtzentrums, heute bekam ich auf jeden Fall noch genug zu essen.



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