Der Tag wurde nicht einfach: wieder eine lange Distanz, viel Regen, viel Wind, und weil ich so um 12 km abkürzen konnte, viel Highway. Dabei zeichnete sich das morgens gar nicht so ab.

In der Nacht war es weitgehend klar und hell, aber nicht zu kalt. Richtung Osten ging sogar ein schöner Mond auf, den ich mit der Kamera fotografiert habe. Kommt dann ins Buch.

Ich hatte für 10€ Frühstück gebucht, war aber wohl der Einzige. Es war sicher nicht geplant, aber ich aß fast das gesamte Buffet auf und fuhr relativ zeitig los. Ein idealer Start also.

Die Höga Kusten verliefen noch bis nach Örnsköldsvik und das spührte man auch. Eine schöne Natur, die ich nun schon hundert Mal fotografiert habe. Manchmal überkommt es mich trotzdem, einfach schön.

Schon von weitem grüßte dieser Wohnturm, der bestimmt beliebt ist. Zumal, das wußte ich gar nicht, hier eine große Sprungschanze gegenüber steht, auf der bedeutende Wettkämpfe stattfinden.

Ich drehte noch eine Runde am Hafen und fand einen Kiosk mit Kaffee und Eis. OK, bei 42 km kann man schon mal etwas nehmen.
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Ich saß in der Sonne und genoß, aber wohl etwas zu lange. Statt im Handy einzutippen , hätte ich früher weiterfahren sollen. Nun kamen die ersten Tropfen aus dunklen Himmel.

Ich machte mich schleimigst auf und nahm die Nationalstraße, wo das Radfahren erlaubt war. So wollte ich der dunklen Wolke entkommen, aber das wurde nichts. Es schüttete und ich hatte nun eben erschwerte Bedingungen. Der Vorteil auf dem Highway: Man braucht nicht zu navigieren und kommt voran. Der Nachteil, man muß sehr wach und konzentriert sein, erst recht bei diesem Wetter. Und es ist nicht ungefährlich.

Um es klar zu sagen, ich kann es nicht empfehlen, auf der E4 durch Schweden mit dem Rad zu fahren. Denn es ist gefährlich für Leute mit schmalem Gepäck (bikepacking) und eigentlich unmöglich für Leute mit Packtaschen (biketouring). Für das breitere Rad wäre oft gar kein Platz. Wenn Trucks überholen, muß man genau Spur und Nerven behalten. Das ist nicht jedermanns Sache.

So hastete ich dahin in der Hoffnung, daß ich aus diesem Regengebiet rauskam. Aber das ging nicht. Ich verausgabte mich und hielt an einer kleinen Campinggaststätte an, die Günstig an einer Ausfahrt lang, um etwas zu essen. Es gehört dann schon Mut dazu, nach wie vor komplett naß sich nun abgekühlt wieder in die Wasserschlacht zu werfen. Aber es half nichts. Als ich bei Nordmaling wieder runter fuhr, mußte ich eine Abfahrt später wieder auf den Highway, weil es in dieser Gegend keine andere Möglichkeit gab.
Dann konnte ich wieder runter und fuhr die letzten 25 km Landstraßen, die parallel zur Hauptstraße liefen. Durchnässt und völlig verdreckt kauft ich noch schnell eine Großpackung Tortelloni, eine Sauce und zwei Dosen Lightbier, fand aber das Hostel nicht. Ich rief an, die Wirtin kam und ich konnte hinein.
Zwei Stunden duschte ich mich, wusch unter der Dusche alle Klamotten, die ohnehin unzumutbar geworden waren und duschte dann auch mein Rad. Dieses Sandhaltige Wasser von der Hauptstraße ist Gift für die neue teure Schaltung. Als nächstes trocknete ich irgendwie alles, stellte das Rad raus in die Sonne, die nun wieder da war und setzte die Tortellini an. Leider gab es keinen Fernseher und mit dem Hostel-WLAN kam ich nicht weiter, um Fußball zu gucken.


Über 2000 km bin ich nun schon gefahren. Wie Weltmann doch kommt, wenn man jeden Tag in die selbe Richtung fährt – oder läuft.


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Tapfer, tapfer, lieber Guido!
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Vielen Dank, liebe Kerstin. Heute wieder mehr Sonne, aber es kann nicht immer die Sonne scheinen
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