Nach der Doppeltour gestern fuhr ich heute später ab. Ich hatte die Hütte für mich und ließ mir Zeit. Auch das Rad brauchte Pflege, die Schaltung hankelt und ich denke, das ist vor allem die Mischung aus Dreck und Öl.

Bis Fitjar waren es 30 km und dort hätte Tour 7 nach Bergen gestartet. Nun aber bin ich einen Tag vor dem Plan. Das ist noch kein Grund zu jubeln, aber natürlich besser, wenn man wie im Fußball 1:0 vorn liegt. Immerhin.

Ich hatte mich auf weitere 44 km RAusfahrt eingestellt, aber plötzlich war ich an der Fähre! Die hatte ich ganz verdrängt. Sie fährt von der Insel Stord (auf der auch Leirvik und Fitjar liegen, zur Südspitze der Insel, auf der auch Bergen liegt.

Meine Unterkunft war nicht so leicht zu buchen, denn es ist halt Samstag auf Sonntag. Alles Hostels fully booked. Ich fand eine einfach Hütte für 750 NOK (70€ + 8€ Bettwäsche) in Nesttun. Das ist ein Stadtteil etwas außerhalb in Richtung Flughafen. Und das war mein Ziel.

Ich fuhr also nach Google aber die Probleme mit den Radwegen blieben. Man konnte davon ausgehen, daß es auf dem Stadtgebiet auf meiner Route einen geben wird. Aber der wechselt dauernd von links und rechts und es ist nicht einfach zu folgen.
Immerhin sah ich heute viele Jogger und Eennradfahrer, die Leute in der Stadt treiben Sport, denn sie haben keine Land- und Forstwirtschaft. Ein Rennradpaar mit tollen Bikes und Rapha-Klamotten hatte auch das Gefährt von der Wand genommen und machte eine gepflegte Ausfahrt. Sie zischten vorbei und ich konnte mich noch für ein paar Kurven orientieren. Denn sie kennen alle Wechsel.

Glücklicherweise traf ich sie dann nochmal, weil sie eine Trinkpause machten, das ist der Preis für den Sport – man muss pausieren. Sie waren auf der anderen Seite und ich überlegte, zu ihnen zu wechseln. Aber es kamen Autos.
Hier in Norwegen fahren sie sehr defensiv und das gefällt mir. Wann immer sich die Gelegenheit bietet, warten sie auf mich als Radfahrer, auch lange bevor ich die Kreuzung erreiche. Ich bin meinerseits höflich, bedanke mich und warte auch, um die vor zu lassen. Hier nun bremste die Fahrerin immer weiter ab und ich winkte und konnte queren.
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Als ich fast schon auf der anderen Straßenseite war , hörte ich, daß sie plötzlich beschleunigte. Das war völlig atypisch. Der Motor heulte auf und sie fuhr mich an, so daß ich auf die Straße flog. Offenbar hatte sie wegen irgend etwas andern statt mir gebremst und das war dann vielleicht vorbei.
Ich sprang direkt auf, schob zu Seite und sagte es sei alles OK. Meinletzter Sturz in Stavanger war noch keine zwei Tage her und es fühlte sich genau so an, nur diesmal linke Seite. Ich wollte keine Szene machen, die beiden Rennradler hielten mir das Rad, während ich die Kette wieder auffädelte. Ich wollte nur weg, bevor die Polizei käme oder ähnliches.

Der Ellenbogen schmerzte, aber es war eher die Wunde und nichts wirklich kaputt. Es läßt sich alles bewegen. Ich sollte auch damit rechnen, daß unvorhergesehenes passieren kann.

Im Hostel waren sie sehr nett und trugen, weil ich ölverschmierte Finger hatte, meine Bettwäsche in die Hütte. Ich duschte schnell, sortierte mich und fuhr dann mit der Bahn runter in die Stadt.
Sie haben nämlich eine ziemlich neue Straßenbahn mit inzwischen zwei Routen. Die Königin hat sie eröffnet. Bis 1965 gab es schon mal eine Straßenbahn, die damals abgeschafft wurde. Mein Camping liegt an der Route zum „Lufthaven Bergen“, so kann ich gut in die Stadt und zurück kommen.

Die Sonne war inzwischen wieder da, und ich konnte Bilder auch mit der Kamera machen. die kommen in das neue Buch.




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Glück gehabt! Du hast jetzt dein Maß an Stürzen nun aber wirklich voll!
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Also zumindest darf ich nicht nochmal auf einen Ellenbogen entlang schrammen, bis die Wunden verheilt sind. Und ich sehe aus auch so, das genügt, ich bin wachsamer.
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