N08 Birkeland – Førde

Der neue Tag begann, wie der alte aufhörte. Der Regen prasselte auf das Dach der schönsten Hütte der Welt (für mich in dieser Nacht), und ich genehmigte mir, mich noch einmal umzudrehen und zu genießen.

Birkeland Camping bei Leirvik

Ich hatte, wie heute auch, meinen Blog auf heute morgen verschoben und wollte erstmal schauen, ob es nicht noch ein bischen heller wurde.

Schmalhans Küchenmeister

Das Frühstück fiel nur gering aus. Ich hatte mir auf der Fähre von Rutledal eine Packung Kekse „Patadies“ gekauft, zusammen mit dem kleinen Nudeltopf, sie aber leider liegen lassen. Die Schokolade hatte ich für solche Fälle wie jetzt, schon in Kolding gekauft, als ich umsteigen musste in dem IC nach Aalborg.

Sie war schrecklich, denn es war keine Schokolade sondern Weiße mit Erdbeeren- Joghurt-Füllung. Grausam, aber sie hat, was ich brauche: Fett und Zucker.

Wunderbare Tour

Den Sturz des Tages erledigte ich noch vor der Abfahrt: Ich zurrte den Klamottenbehälter fest und rutschte auf dem glitschigen Holz aus. So lag ich samt Rad auf dem Rücken im nassen Gras einen halben Meter tiefer und fühlte, wie die Nässe durch die frisch getrockneten Klamotten drang. Sehr schöner Auftakt.

Immer öfter Wasserfälle

Die Landschaft war einfach wunderbar und der späte Aufbruch hatte sich gelohnt. Es kamen nur noch Schauer und so fand ich schnell in ein Temperatur-Gleichgewicht zwischen Schwitzen bei Aufstieg und frieren bei Abfahrt. Die Finger und die Knie froren fast ab, wenn es runter ging und ich hatte mich zu konzentrieren auf Schlaglöcher, Autos und Feingefühl beim Bremsen.

Toller Wasserfall Laukelandsfossen https://maps.app.goo.gl/EtnvPaJ91v9kQw1B7?g_st=ic

Es war eine Fahrt wie gestern, nur viel kälter und durch eine sensationelle Landschaft. Man merkt, wie ich durch immer höheres Gebirge komme.

Eigentlich wollte ich die 40 km bis Dale auf der Straße 57 in einem Stück durchziehen, aber dann sah ich in Flekke den kleinen Koker Supermarkt und fuhr ran. Eine drahtige, grauhaarige Frau beriet mich am Schokoladeregal, damit ich nicht wieder daneben griff. Sie machte mir in einer winzigen Caféteria die Heizung an und ich mischte wieder Kaffee mit Schokotrunk.

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Heute habe ich keine Fähre und so erkundige ich mich nach den Supermärkten in Dale und Førde (was noch 50 km vor mir liegt). Sie interessierte sich für eine Reise, läuft selbst viel und fährt gelegentlich Rennrad. Es ist die erste Person hier in Norwegen, die nicht ehrfürchtig nickte, wenn ich von meinem Vorhaben sprach.

Alter Tunnel hinter Dale – nur für Radler
Über diese Brücke kam ich nicht

Rund um den Wasserfall Laukelandsfossen machte ich viele Bilder, holte aber die Kamera nicht heraus. Ich hätte ihn zu gern mit dem Teleobjektiv geknipst.

Selbstauslöser mit dem Handy

Es regnete stark, andernfalls hätte ich mit Selbstauslöser, Stativ und Kamera ein Titelbild für das neue Buch versucht.

Kommt im März 26 http://ampelpublishing.de

Ich trödelte lange herum, fotografierte immer wieder den Wasserfall und fing an zu frieren. Es gab eine schöne, lange aber sehr schmal gewordene Route 57 , auf der fast keine Autos fuhren.

Oben drauf in den Wolken liegen kaum sichtbar Schneereste auf den Bergen

Weil ich nicht mehr in meinem geplanten Rhythmus der Touren bin, kann ich nicht so gut navigieren. Das Gute dabei: Førde wäre sonst zu weit gewesen für heute und so freute ich mich auf eine Stadt, die garantiert Unterkünfte und Supermärkte hatte.

Eine Sprungstelle für Lachse

Mein ursprüngliches Ziel war Osen, ein Knotenpunkt von mehreren Straßen. Aber da gab es nichts, nur diesen Wasserfall mit Einrichtungen für Lachse.

Es war dann nochmal ein ziemlicher Ritt, weil ich die Fernstraßen teilweise meiden wollte und über ein Hochplateau mit Flughafen kam. Dann aber ging es eben nur auf der E39 und die hat viel Verkehr.

Tolles Gebirge, hinten auf dem Gipfel wieder Schnee

Auf dem Weg runter nach Førde sah ich zwei Räder stehen und hielt an. Rob und Wendy waren völlig durchnässt und durchgefroren. Sie sind aus South-West England und wettermäßig einiges gewohnt. Aber heute waren sie desillusioniert, wollten nicht mit runter in die Stadt. Good Luck, ihr beiden. Irgendwann hört vielleicht der Regen auf.

Ankunft im „Pensjonat Førde“

Die letzten 4 km ging es steil runter auf einer viel befahrenen Straße mit Haarnadelkurven. Ich blieb vorsichtig und hielt an einer Bushaltestelle oberhalb der Stadt. Nicht, daß ich an einer guten Unterkunft vorbei fuhr ins Tal! So fand ich meine Pension und war happy, im Zimmer zu stehen. Tropfnass und durchgefroren, aber happy.

So schnell wird sich am Wetter nichts ändern. Ich muß zügig nach Norden!

https://www.komoot.de/tour/2272611809?ref=itd

https://strava.app.link/jednoTvKHTb

https://maps.suunto.com/move/langeguido/68349af547d6be0681e9a9a0

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2 Gedanken zu “N08 Birkeland – Førde

    1. Ich glaube, das passiert nicht so schnell, die Eindrücke sind so stark. Und ich hab ja auch Lust auf Sport.
      Da kommen zwei Interessen zusammen.
      Lieber Gruß, Guido

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