Schade, daß die Sauna über den Abend belegt war, da hätten wir gern noch ein Stündchen drin gesessen. Denn uns graute es etwas vor dem Tour Tag 4. Morgens noch kurz Regen und Wind stramm von Süden, später auf West drehend.

Das Frühstück ist eine Wucht – wir sind die ersten Gäste an diesem Buffet, das alles hat. Mein alter Spruch „ich brauche nur drei Vollkornbrötchen mit Butter und Marmelade“ stimmt auch heute, aber die Jungs hauen voll rein mit allem was gesund ist und Energie liefert. Ich fülle mir noch Kaffee für unterwegs ab und mache ein Käsebrot. Noch eine schöne Portion Rührei – mehr geht nicht in den Magen rein.

Am Tag 3 hatten wir das andere Konzept: Erstmal nüchtern losballern und Frühstück später in Ribe. Aber durch die drei Platten und den Besuch im Radladen kamen wir vor 11 Uhr nicht zum Frühstück- das hat sich nicht bewährt. Das hat uns – könnte man sagen – ernüchtert. Diesmal also los mit vollem Magen.

Als wir die Räder aus dem Schuppen holen, bläst es uns fast vom Parkplatz. Das kann lustig werden. Aber irgendwie ist die Route am Deich entlang 12 km bis Husum fast ein Spaziergang mit viel Rückenwind. Ich kann mich nicht erinnern, mal so gedrückt worden zu sein.

In Husum halten wir uns nicht auf, sondern versuchen, schlank durchzunavigieren. Es blieb bei dem Versuch.

In der Stadt sind wir mehrfach falsch und dann landen wir fast zwangsläufig auf der Autobahn. Es ist das letzte Stück von Hamburg, was gerade erst gebaut worden war. Wir entschließen uns, da einfach auf dem Standstreifen lang zu fahren um zur Route zurück zu finden.
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Der Radweg liegt genau unter uns an der Bahn entlang. Da müssen wir dann runter. Ein kleines Abenteuer zu zwischendurch und mal was anderes, als immer dieses gebückte fahren gegen den Wind.

Dann geht es im Zickzack mal links mit dem Wind, mal nach rechts gegen den Wind in Richtung Friedrichstadt.

Das Nordfriesische Marschland wird durch die Eider von Dithmarschen getrennt. Wir umfahren Heide östlich und landen bei km 65 an der Fähre „Fischerhütte“ am Nord-Ostseekanal. Noch immer hat sich keine Gelegenheit geboten, einen Kaffee zu ziehen und auch an der Fähre ist nichts.

Endlich in einem Eiskaffee in Hanerau-Hademarschen werden wir fündig. Durch Kommunikationsprobleme mit dem Wirt sehe ich mich mit gleich drei warmen Kalao konfrontiert, aber sie tun mir ganz gut. Denn durch den leicht überdurchschnittlichen Sport und ungeschicktes Essverhalten habe ich Sodbrennen. Der Kakao spült angenehm darüber hinweg und belastet den Magen nicht.

Kurz vor Itzehoe kehren wir ein ins Café Königsberg, ein riesiger Tempel aus Back- und Süßwaren und ich genehmige mir tatsächlich eine weitere heiße Schokolade mit Sahne. Die Jungs lachen über mich, vielleicht freuen sie sich auch, daß sie mir guttut.
In Itzehoe hält uns nichts und wir ballern bis Elmshorn durch. Die Idee ist, es damit gut sein zu lassen, die Regiobahn nach Hamburg zu nehmen und eine Stundenfrüher am Hotel zu sein. Der Wind hat tatsächlich auf West gedreht und wenn man nach Südosten fährt, hilft das schon.

Mit den 6 km vom Bahnhof Dammtor zum NH Hotel in Altona sind es 128 km heute. Die Tour war zeitweise kräftezehrend im Wind, aber insgesamt sehr schön, weil es nicht regnete.

DK4 Husum – Hamburg (Elmshorn)

