IS01 Seydisfjördur nach Egilsstadir

Mein Geburtstag fing gut an: Wir kamen in unserer Kabine frühzeitig in die Puschen, duschten reihum und saßen kurz nach 7 Uhr beim Frühstück. Da haben meine Kumpels mir erstmal gratuliert. Ich hatte das ganz vergessen. Vielen Dank, Ihr Lieben!

Bevor wir uns draußen umsehen konnten, mußten wir erstmal bis 8:00 die Kabine leer haben. Dann hatten wir Zeit, unser Ziel in Augenschein zu nehmen.

Kurs Seydisfjördur

Es ist doch etwas Besonderes, sein Ziel zu sehen, auf das man einiges investiert hat. Ich war ergriffen und gerührt, es bis hier her geschafft zu haben. Schon Ende der 90er Jahre entwickelte ich eine Sehnsucht nach Island. Sie kühlte dann durch die ernüchternden Fakten (Klima, Wetter, Einsamkeit, Mangel an Menschen und Wärme) etwas ab, kam aber durch Filme und Serien zurück. Ich mußte das Abenteuer Island machen. ich würde mich sonst immer fragen, warum ich da nicht mal hingefahren bin. Nun ist es soweit!

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Meine besten Videos in einem guten Film – so sehe ich Island!

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Anrollen im Hafen

Links und rechts schneebedeckte Hänge, die See in der Bucht spiegelglatt, alle paar Meter stürzen sich kleinere Wasserfälle in die steilen Tiefen, die Luft ungewöhnlich warm. Da hatte ich wohl auch ganz viel Glück heute.

Serpentinen den Pass hinauf. Ganz klein Bildmitte rechts: zwei Schweizer:innen!

Wir waren nur etwa 7 Radler und konnten ziemlich zu Anfang runter von der Fähre. Ich lernte noch schnell Nico aus Argentinien kennen. Es ist sein erstes Mal in Europa, seit neun Jahren sitzt er auf dem Rad! Dann drei Leute aus der Schweiz. Darunter eine zierliche, sehr junge Person, die zäh genug ist, schon eine Radtour nach Kathmandu und viele weitere hinter sich zu haben – unglaublich. Ich hätte sie eher in einem Co-Workingspace vermutet, wo sie die Präsentation eines Startups vorbereitet, neben sich eine vegane Macha-Latte. Stereotype sind auch nicht mehr, was sie mal waren.

Mein erster Wasserfall

Ich düste direkt los und wollte nicht auf andere warten. Wobei Düsen sich in langsames Strampeln wandelte, denn es ging stetig und steiler werdend hinauf. Da nahm ich den ersten Wasserfall, bevor alle Fahrzeuge allmählich aus der Fähre kamen und hier hielten, um mich und mein Bike zu fotografieren. Ich fühlte mich absolut großartig. Es fand sich dann noch ein Herr aus Bremen, der mich mit Kunstfertigkeit fotografierte. Erst zuhause werde ich sehen, wie gut die Bilder geworden sind.

In den Schneefeldern auf dem Gipfel

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Einige Radler hatten mich dadurch überholt, aber bald war ich wieder vorne. Ich brauchte den kleinsten Gang und war kurz davor aufzugeben. Aber dann ließ die Steigung nach und ich war bald auf der Hochfläche. Links und rechts Schneefelder umgeben von Schmelzwasserseen. unglaublich, was da so über den Winter zusammen gekommen war.

Ziemlich hell und kalt hier oben

Die Straßen haben kein Bankett, denn da würde sich der Schnee im Winter auftürmen, deshalb geht es links und rechts direkt 2-3 Meter runter. Also Obacht! Meine Stimmung war bestens, ich hatte mir die Jacke wieder angezogen, denn hinter der Kuppe kam der Nordwest. Jetzt lohnte sich der Tunnel, den ich oberhalb des Rahmens habe nähen lassen. Da konnte ich schnell an die Jacke dran. Und die Kamera hatte ich in der ungeliebten kleinen schwarzen Tasche griffbereit. Solange das Wetter gut ist, mache ich es mir so leichter.

Aussichtspunkt hoch über Egilsstadir

Einfach grandios, wenn man am Horizont noch höhere weißere Bergketten sieht und unter sich das nächste Tal wieder hunderte Meter tiefer ist An der Steinskulptur zog ich mir noch einen Halswärmer drüber, die Langhosen runter und den Helm fester. Denn dann ging es mit Speed ins Tal. Der Höhenunterschied: 640 m. Höchstgeschwindigkeit 57 km/h.

Unten ist Frühling

Das warme Wetter hatte mich wieder. Nach einer Kurzetappe erreichte ich schon früh mein Hostel Tehuised Hostel Tehuised Egilsstadir

Es ist sehr gemütlich und ich konnte mich im Cafe erstmal um meine Geburtsgagratulant:innen kümmern.

Bar – Cafe des Hostel

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Als mein Bett in einem 8-Mann Zimmer fertig war, konnte ich alles abwerfen, duschen und in die Stadt gehen. Na, OK Stadt: Die Hauptstadt der Region Osten Islands hat 2.300 Einwohner, zwei Tankstellen, 2 Supermärkte, 2 Handarbeitsläden und noch ein paar weitere Kästen. Sie sieht aus wie eine Kleinstadt im mittleren Westen, kein altes Haus und Kneipen gibt es auch nicht, wegen des Alkoholproblems und wegen der Preise. Bier gibt es übrigens nur in speziellen staatlichen Alkoholläden, genannt Vinbude. So ist es auch in Finnland, um irgendwie die Alkoholsucht einzudämmen. Dort heißen sie Alko.

Gemütlich im Hostel

Ich wanderte durch den Ort und sah dann doch noch ein altes Haus – von 1952 – schmucklos, klein und ganz aus Beton gegossen. Es hat kleine, einfach verglaste Fenster. Verstehe ich nicht, wenn’s hier doch so kalt ist. Aber sie heizen fast alle mit Geothermie, die Hitze kommt aus der Erde und wird in Böden und Wände geleitet. Nagut, OK.

Altes Haus

Um trotzdem ihren Beitrag zum Unweltschmutz zu leisten und aber auch durch die Winter zu kommen, haben viele so einen Panzer.

Erinnert mich an Inspektor Andri Olafson aus „Trapped – gefangen in Island“ Der hatte auch so ein Auto.

Die Serie Trapped – gefangen in Island wurde teilweise in Seydisfjördur und Egilsstadir gedreht

Andri (Mitte) und Hinrika (rechts)

Die starken Eindrücke am Vormittag waren ein tolles Geburtstagsgeschenk. Es tat sich dann nicht mehr viel. Ich kaufte mir ein paar gefrorene Speisen und bereitete sie im Hostel.

Vor Restaurants schrecke ich noch zurück.
Zwischen 5 km/h und 57 km/h alles dabei.

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5 Gedanken zu “IS01 Seydisfjördur nach Egilsstadir

  1. Hallo Guido. Die Überfahrt schien bei ruhiger See gewesen zu sein. Also genau richtig für “ Landratten „. Deine ersten Eindrücke und Bilder sind sehr toll, teils beeindruckend. Ich wünsche dir auf deinen 1800 Km weiterhin so gutes Wetter.
    Ich hoffe du nimmst meine verspäteten Geburtstagsgrüsse, die ich dir hiermit senden möchte noch an. Hab einen schönen Tag und genieße die 20 Tage auch wenn sie sicherlich körperlich anstrengend werden.

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