Wenig Kilometer, wenig Höhenmeter, schönes Wetter, Rückenwind. Das konnte heute nur eine Genießertour werden. Wurde es auch mit ein paar Hindernissen.

Ich hatte ja 17 km vor Husavik eine Unterkunft im Hostel. Sehr einfach wie eine kleine Jugendherberge in der Provinz mit wenig Personal und überschaubarer Gästezahl. Solche hatte ich schon mehrfach und die war dann auch günstig.

Es war total warm, so zog ich meine Jacke aus und hielt schon nach 17 km in Husavik. Der Ort ist bekannt für seine Wal-Touren. Ich halte davon nichts. Aber Jacob aus Erfurt (vom Hostel in Akureyri) arbeitet auch als Wahlbeobachter, äh walewatcher hier irgendwo in Husavik.



Am Hafen war geschäftiges Treiben. Eines der Schiffe lief gerade ein und die Menschen gingen offenbar schwer beeindruckt von Bord.

Es ging oft auf und ab, aber zunächst 30 km mit warmem Rückenwind.

Die gesamte Strecke am Fjord entlang gab es gegenüber die schneebedeckten Berge und auf unserer Seite viele kleinere Schluchten und auch vulkanartige Krater. Das waren aber wohl Ausbrüche von aufgeheiztem Wasserdampf, Wie mir Stephan schon auf der Fähre erzählte.

Die Vögel nervten wieder und schrieen mich an. Ich ließ es über mich ergehen.

Ich sah immer wieder raus auf das Wasser, vielleicht würde ich ja einen Wal entdecken. Aber nein, so einfach ist es nicht. Jacob und seine Kollegen fahren da nicht weit raus, damit ich hier mal eben vom Ufer aus ein Bild von einem Wal machen kann.

Ab der Spitze drehte ich nach rechts, klar, und dann kam erstmal 10 km Seitenwind, warmer Seitenwind. Das ging schon ganz anders in die Beine.


Ich könnte wieder einen Kaffee vertragen und versuchte den Museumstrick, der mir gestern in Ystafell gelungen war.

Soweit ging dann die Genießertour doch nicht, Adalgeir hatte keinen Kaffee.

Er hat sein ganzes Leben hier gesammelt, sagte er und da kam einiges zusammen. Schon das Haus selbst wurde von Husavik mit einem Tieflader in einem Stück hier her transportiert. Das ist wohl so gebaut, wie die Häuser in Amerika. Da geht das auch. Der Weihnachtsbaum war früher mangels Bäumen ein Holzständer, an dem der Schmuck hing. Man lernt allerlei über das karge Leben früher. Er selbst war Farmer und hat einen einhüllenden und festen aber warmen Händedruck (Stichwort Schaufel).

Ich probierte es wegen des Kaffees noch weiter hinten auf einem Campingplatz. Nichts zu machen. Also aß ich ein paar von meinen Datteln und trank Wasser.

Die Straße bog nun weiter um die Spitze und der Wind blies mich öfter mal an die Mittellinie. Es war schwierig geworden, Kurs zu halten. Erst seit 2004 gibt es die Straße überhaupt, im Museum gibt es ein Foto von der Eröffnung und die Schere, mit der das Band damals feierlich durchtrennt wurde. Sie mußten an vielen Stellen den Felsen wegsprengen und andere Abschnitte damit verfüllen. Nun kann ich hier lang fahren, wenn auch mit Hindernissen.

Mein Ziel lag in einer Einöde mitten in einem Spülgebiet von vielen Flüssen, die alle irgendwie zum Meer müssen. Mehrere kleine Seen mit schwarzem Strand sah ich von der Straße aus. Meine preiswerte Unterkunft erklärt sich daraus, daß es hier nichts anderes gibt. Ein Hotel in der Nähe hatte damals freie Zimmer, aber eben nicht an diesem Freitag. Es ist die teuerste Herberge meiner Reise und hatte nicht mal einen Wasserkocher. Ich konnte dann noch mit der Nachbarhütte tauschen, die eine kleine Küche hat und dann war alles bestens. Die Lebensmittel hatte ich aufreiben Rad von Husavik herbei geschafft, auch morgen muß ich genau schauen, wo die einzige Einkaufsmöglichkeit liegt.


Abonniere meine Videos zum Abenteuer Island und like sie, wenn sie Dir gefallen. Hier geht’s zum neuesten Video:
———————————————————————————————-
#guidolange #abenteuerisland #icelandadventure #biketour #road85 #route85 #nordaustur #husavik #visiticeland #radreise #radtourisland #radabenteuer #poisonbikes #bikepacker #bikepacking #ampelpublishing

Hallo lieber Guido. Das waren mal wieder ganz tolle Landschaftsbilder. Nun sind es nur noch 4 Etappen und danach hast du Island umrundet. Dann fehlt mir sicherlich etwas. Dein täglicher Etappenbericht.
150 € für eine Übernachtung ist wirklich ein Schnäppchen. Wird dir der Bungalow dafür nach Hause geschickt ? Davon gehe ich mal aus. Bis Morgen.
LikeGefällt 1 Person
Ich dachte auch erst, das ist doch eines dieser Holzhäuser, die man im Baumarkt sieht, deshalb ist das so günstig. Aber shipping wäre extra gewesen…
LikeLike