096 Tallinn – Mittelalter und Moderne

Nachdem ich in der Nacht mit dem Bett zusammen gekracht war und in das zweite Bett gewechselt hatte, schlief ich ansonsten gut und lange. Es regnete die ganze Nacht, ich hatte das Fenster zum Hof weit offen und so tropfte und prasselte es abwechselnd. Ich erwartete meinen Vermieter morgens heftig an die Tür klopfend, aber nichts geschah. Später schrieb er auf meine eMail zurück, ich solle mir keinen Kopf über das Bett machen. Vielleicht bekomme ich meine 40€ Kaution doch noch zurück.

Frühstück ohne Nutella, dafür Marmelade und sogar Butter + Müsli mit Milch! Das war super und ich startete hochmotiviert in den Tag.

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Als erstes machte ich einen Termin bei einer füsioteraapi in einer Poliklinik: 50 min für 16€. Die Masseurin Tiia stammt von Saaremaa und will auch dahin zum Wochenende aufbrechen, wenn sie mit mir fertig ist. Ich kenne sogar das Kaff, aus den sie stammt und so hatten wir natürlich gleich ein Thema.

Dann war ich bei einer Friseurin. Sie hatte so gar keinen Bock und ersparte uns die Frage, wie ich es denn haben wolle. So fiel auch meine Stadardantwort weg: „Jünger und schöner möchte ich aussehen“. Erst dachte ich, sie rasiert mir den Schädel komplett kahl, doch sie ließ mir noch ein paar Haare.

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Auf dem Zetralmarkt (Keski Turg) schlenderte ich durch die mit Pfützen aufgeweichten Gassen und kaufte eine Lesebrille. Dann noch Erdbeeren, noch kleine Walderdbeeren und Biokekse made in Tallinn. Ich machte Fotos und wurde von der Marktleiterin verwarnt, daß ich das nicht dürfe. Sie war irgendwie dauernd in meiner Nähe und ich mußte meine durch jahrelanges inkognito-fotografieren von Zeitschriftenregalen erworbenen Fähigkeiten voll ausreizen.

Die Altstadt ist richtig alt, vieles noch aus dem 13. Jhd. und Blütezeit der Hanse. Am meisten beeindruckten mich die teilweise begehbaren Stadtmauern. Sie sind an vielen Stellen 5-6 m hoch, was auch bautechnisch damals eine ungeheure Leistung ist, wenn man viele hundert Meter lang bauen muß.

Ich traf Italiener aus der Nähe von Venedig und fragte sie, ob sie nicht zuhause genug altes Zeug rumstehen hätten (ich hab das irgendwie netter fomuliert). Sie meinten ja, durchaus, aber hier sei vieles eben noch älter und ursprünglicher. Sie haben gelesen, daß hier die am besten erhaltenen Wallanlagen und Stadtmauern gibt, das geschlossenste Ensemble. Es ist auch Unesco Kulturerbe.

Teile der Altstadt erinnern mich an Freiburg im Breisgau oder auch Heidelberg, auch wenn es hier kein Fachwerk gibt und der Baustil anders ausfällt. Es ist eben weitgehend geschlossen erhalten.

Heute beschließe ich den Tag nicht am Rathausplatz, das ist mehrheitlich etwas für Wohlhabendere. Ich finde eine ziemliche volle Kneipe, in der auch einheimische sitzen, die machen die besten Pancakes der Stadt.    http://kompressorpub.ee/

in der Rataskaevu 3, Tallinn

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Dort treffe ich auch ein Paar aus Landsberg am Lech, die eine Rundtour durch Lettland und Estland machen. Sie wollen noch auf die Inseln, nach Pärnu und Riga. Gute Fahrt, Ihr beiden!

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