09 Bretagne Tour Port Bail nach Mont Saint Michel

Das Frühstück war reichlich bei Bernadette Vassilon. Eine super Entscheidung gestern, solange zu suchen, bis ich dieses Gästezimmer fand (chambre d‘Hotes).

Das ganze Haus – ein kleines Museum

Das Wetter war besser, leichter Gegenwind, aber das kann man erwarten, wenn die Regenwolken weggeblasen werden sollen. Auf den ersten 70 km passierte nichts. Ich fuhr auf der Landstraße etwas abseits der Küste. Das war auch ganz gut so, denn mit meinen 23 mm schmalen Reifen wollte ich nicht wieder in den Sand kommen.

Lange sandige Strände auf der Westseite der Normandie

Es kam mir wieder eine Rallye-Kolonne mit alten Fahrzeugen entgegen. Als ich sie fotografieren wollte, war der letzte gerade durch – ein siebziger Ford Mustang Convertible.

Ein sicheres Zeichen, daß nichts los ist: Ich fange an, Verkehrsinseln zu fotografieren.

Nach der Tour de France wollte ich schon länger googeln, aber das würde mir mit diesem Plakat abgenommen:

Am nächsten Wochenende kommen Sie durch die Bretagne.

Vielleicht kann ich da noch teilnehmen. Es ist schon erstaunlich, daß bei den Erfindern der Tour kaum Rad gefahren wird. Am Wind kann es nicht liegen – siehe Holland. Im Norden der Normandie sah ich vorgestern einige Radgruppen, aber das scheint auf den Rest der Republik nicht abzufärben sondern ist hier wohl eher eine Art Elitesport. Mit Radwegen jedenfalls kann man in Frankreich keine Wahlen gewinnen und so werdne auch bei nagelneuen Straßen keine Radwege mitgeplant.

Plakate der Kandidaten zur Regionalwahl

Ab heute beginnen die Departementswahlen – eine Woche lang in ganz Frankreich. Die Beteiligung soll erschreckend gering sein. Hoffen wir, daß Demokraten, nicht Nationalisten gewinnen. Europa kann man besser machen, aber es ist nur gemeinsam stark.

Umfragen vor kurzem ergaben dieses Bild

Mit Bernadette in Portbail war ich mir einig: Keine Nationalisten.

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Nach 50 km kam ich von der Landstraße runter und strebte über kleine Nebenstraßen Granville zu.

Eine üppige, grüne Landschaft

Hier ist der Boden fruchtbar und es gibt viele kleinere Ackerflächen und Bio Gemüseanbau. Die Bauern vermarkten sich teils selbst und bieten Erlebnishöfe. Die Straßen sind oft tunnelartig freigeschnitten.

Durch diese hohle Gasse muß er kommen
An einer im Krieg zerstörten Brücke über die Sienne

Ich war dann doch froh, kei km 70 über Donneville runter zukommen nach Granville.

Die Stadt ist nicht durchgehend schön

Es gibt einiges an Industrie und schmuddelige Ecken + Plattenbau. Aber die Oberstadt ist doch ein echtes Schmuckstück.

Der Buchhändler kann mir keinen Tip für einen guten Cafe + Tartes geben

Durch ein renovierungsbedürtiges Klapptor kommt man auf bucklige Straßen in die Hauteville.

Rue de Notre Dames

Am Marktplatz bekomme ich zwar keine Tartes aber eine Mousse für güstige 15€.

Viel Kunst, wenig Material

Von hier oben hat man grandiose Ausblicke auf die nun wieder felsige Granitküste.

Unten tapsen Menschen zwischen den Steinen herum

Es ist warm geworden und ich strample auf und ab nach Süden.

Trotz bestimmt 15 km Luftlinie ist er beeindruckend

Plötzlich sehe ich ihn zum ersten Mal, den Mont Saint Michel. Absolut beeindruckend und mit dem Handy eigentlich nicht festzuhalten. Der Anblick gibt mir Auftrieb, obwohl ich noch 40 km im Halbkreis über Avranches zu fahren habe.

Von dieser Seite wie eine Erscheinung auf einer Weide

Die 15€ Mousse langt eigentlich nicht für diesen Schlußspurt, aber je früher ich ankomme, desto länger Zeit habe ich dort, um ein Quartier zu suchen. Es geht alles glatt und ich finde auf Anhieb ein Hotelzimmer. Hier ist noch keine richtige Saison.

Ich habe sogar eine Badewanne und regeneriere länger im heißen Wasser. Fußball verpasse ich heute, kann dann essen und mich auf den Fußweg zum Mont machen.

Beim Versuch, die Zufahrt zu verstecken

Es sind hin und zurück 5km, genau richtig für heute Abend. Es fährt aber auch ein Pendelbus für Menschen mit Handycap und die jungen Leute mit ihren Handys.

Der Felsen ist 70m, die Turmspitze 160 m hoch

Vor etwa 1000 Jahren wurde ernsthaft mit dem Bau der romanischen, später gotischen Kirche begonnen. Als sie im 15. Jhd. endlich fertig wurde, wohnten Benediktiner hier und es war eine der wichtigsten Pilgerstätten in Europa. Denn kam die französische Revolution, die Mönche zogen aus und es war hundert Jahre lang ein Gefängnis.

Eigentlich ideal, denn abhauen ging hier nicht, es gab noch keinen Steg und keinen Damm

Inzwischen kommen wieder Pilger und Mönche sind auch wieder in der Abtei.

Alles aus Granit

Auf der Insel wohnen nebst der Mönche auch andere Menschen und es gibt eine kleine Cité unterhalb, die im Sommer komplett überlaufen ist.

Hauptstraße auf dem Mont

Die Möwen kreisen, schreiben und nisten auf den Dächern.

Nur selten liegt der Mont komplett im Wasser

Auch ein Hotel + Restaurant gibt es auf der Insel

Freier Blick in die Küche
„Füße waschen verboten“ Ich nehme einen Schluck

Auf dem Rückweg ziehen pechschwarze Wolken auf, es geht aber alles gut.

Und der Wind pfeift jetzt

Für die Statistik

Insgesamt über 1000 km in 9 Tagen

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