32 Algarve Bretagne von Bilbao nach San Sebastián

Nach Bilbao komme ich vielleicht nochmal. Anders als in Santander war hier Leben der Stadt, die mit 350.000 Einwohnern auch noch größer ist. Nach einem üppigen Frühstück packte ich eilig zusammen und begab mich noch im Stadtgebiet auf den ersten heftigen Anstieg.

Ein Blick zurück und dann weiter.

Heute morgen waren schon viele Rennradsportler unterwegs auf ihren teuren Gefährten. Ich grüße überschwänglich, einige ebenso, andere lässig. Sie kamen zumeist schon zurück von ihrer morgendlichen Ausfahrt, einige wenige überholten mich. ,

Wir sprachen kurz miteinander, woher wohin, denn er fand das Konzept interessant: Reisen mit dem Rennrad und schmalem Gepäck.

Einen Rennradler holte ich sogar ein, Jaime. Alle nennen ihn aber Jamie. Er wohnt an der Küste und war schon auf dem Rückweg, mußte aber eben noch über die Berge des Binnenlandes. Er sagte, nirgends sei die Rennraddichte höher in Spanien.

Er ließ mich 30km in seinem Windschatten fahren. Danke Jaime!

Immer mal wieder Ma beten wir weiter mit unserem Gespräch und bemerkenswert: die Autos hupten uns nicht runter von der Straße. Ich wollte auch sehen, wie er mit dem krümeligen Radstreifen und dem teils extrem groben Asphalt umging. Er fuhr knapp rechts neben der durchgezogenen Linie. Ich selbst versuchte seit vielen Tagen, möglichst auf der Linie zu fahren, denn da ist es am ebensten. Vor dem letzten richtig steilen Anstieg mit 10% verabschiedete ich mich schon mal, denn er würde wahrscheinlich bei seinem zwar gemäßigten aber extrem gleichmäßigem Tempo da hoch ziehen.

An dieSem Morgen kamen mit bestimmt 200 Sportler entgegen

Oben auf dem Gipfel war ich ziemlich fertig, hatte aber noch Sichtkontakt zu Jaime, bevor er abfuhr und am nächsten Kreisel Richtung Küste abbog.

Mehrere gut beleuchtete Tunnel

Nach der Kuppe wollte ich bei km 40 eine Kaffeepause machen, aber das bot sich nicht an. Es ging sehr lange steil herunter, immer wieder auch durch Tunnel. Eine Fahrt, die berauschen konnte und glücklich machte.

Ich knipste hier erstmal mein Rücklicht an.
Entlang des Flusses Deba wollte die sanfter werdende Abfahrt kein Ende nehmen.

In Elgiobar endlich bot sich die Gelegenheit zur Pause. Die N634, der ich mehr oder weniger sein Ferrol 500km gefolgt war, führte entlang des gesamten Nordens bis nach San Sebastián und hier schön dicht am Stadtzentrum vorbei.

Hier in der Baskischen Provinz war die Welt in Ordnung

Am belebten Marktplatz gab es gleich zwei Cafés und die Leute saßen in der blassen Sonne und vergnügten sich. Die Kinder sahen allesamt verschmuddelt aus, spielten Fußball und wurden nur selten zur Ordnung gerufen. Wie im Friedrichshain in Berlin, so kam es mir vor.

Die Kleinstadt ist dicht am Fluß gebaut

Für mich ging es weiter, und bevor es den nächsten steilen Anstieg gab, sah ich erstmal an der Deba-Mündung wieder das Meer!

An einem kleinen Stehplatz für Autos traf ich Raoul und Raphael aus Berlin, die ihr gesamtes Hab und Gut sortieren mußten. Sie hatten zum Abschied ihrer mehrmonatigen Reise nochmal einen Ausflug gemacht und waren von Bordeaux bis runter nach Portugal gefahren, die Surfbretter im Gepäck ihres Bullis. https://raoulundraphaelinportugal.tumblr.com

Nach Berlin ist ja noch ein Stück – Gute Fahrt, ich komme auch – Mitte April für zwei Lesungen.

Mein kleines Portfolio auf http://ampelpublishing.de

Das Meer zeigt sich von seiner spektakulären Seite. Über viele Kilometer ging es direkt entlang des Atlantiks.

Warten auf eine „gute Welle“, die kommt aber erst wann man aufgestiegen ist.

Teilweise schäumten die Wellen viele Meter hoch, aber da bräuchte man mal einen Extratag mit der Kamera im Anschlag.

Eine fantastische Fahrt bei leichtem Gegenwind (11 km/h von Osten)

Von Getaria gibt es einen schönen Spazierweg über 4 bis zum Surfhotspot Zarautz, und dieser Weg war mit Hunderten Leuten voll. Ich blieb auf der Straße versuchte, nicht dauern anzuhalten für Fotos.

In Zarautz gab es dann eine Strandpromenade mit gleich mehreren Eisdielen. Sonst sucht man in den Städten vergeblich nach einer. Also kein Kaffee, sondern „theee scoups of icecream, per favor“.

Man hätte auch hier stundenlang zugucken können.
Die Surfer:in fährt dann einfach so naß wie er/sie ist mit dem Rad nachhause.

Nach dem Eis wurde mir kalt und ich ging den nächsten Aufstieg an. So dramatisch addierten sich die Höhenmeter dann aber nicht mehr. ich war seit Santander in einer Gegend, wo die Gebirgsketten parallel, nicht quer zur Küste gingen und dann gab es bis auf ein paar Ausnahmen nur sanftere , lange Abfahrten.

Mon guide-Martha

In San Sebastián kam ich mit nicht weniger als drei Versuchen aus, die richtige Einfahrt in die Stadt zu finden. Als ich von einer Anhöhe über einen Schleichweg auf die richtige Route kam, sah ich Martha unten schon fahren. Mit einem Affenzahn war sie von ihrem Krankenhaus, in dem sie als Intensivschwester arbeitet, nachhause unterwegs. Ich nahm meine Kräfte zusammen, um sie einzuholen und zu fragen „centro urbanico?“ Sie erklärte, ich solle immer dem Radweg folgen, der von hier aus nun bis zur Innenstadt führe.

Aber bei den Kreuzungen und Kreiseln wußte ich nicht weiter und sie holte mich immer wieder ein. Wir hätten auch gleich zusammen fahren können, aber sie wollte sich nicht aufdrängen. So kamen wir über die restlichen 6 km ins Gespräch, und zwar auf Französisch. Das kann ich zumindest besser als Spanisch oder Portugiesisch, gar Baskisch. sie fuhr genau wie ich, bei Rot über die Ampel, wenn. Keine Kinder in der Nähe waren. Sie fährt die Strecke jeden Tag und kennt alle Stolperfallen. Ich hatte Mühe nachzukommen.

Sie sagte, Ihr Man habe Covid und sie könne mich nicht unterbringen. Das hätte ich auch nicht erwartet und erzählte von meiner Methode, mir den Schlafplatz zu suchen (Bis ins absolute Zentrum und dann google). so fuhren wir bis an den ersten der drei Strände, auf die sie hier zu recht sehr stolz sind.

Stand Nunmer 1

Wir machten das Selfie und dann düste sie wieder los. Ich machte ein paar Fotos und war ganz angetan von der quirligen Atmosphäre an der Promenade im Abendlicht.

Das belgische Paar in Santander verglich ihre Stadt mit San Sebastian, aber das finde ich überhaupt nicht, das hier hat viel mehr Flair. aus dem abendlichen Spaziergang wurde nichts mehr. Nach der umständlichen Check-In Prozedur und duschen bekam ich drei Häuser weiter eine ganze Tortilla und die zweite Halbzeit Rayo Vallecano – Atlétíco Madrid (La Liga).

Mit 800 Höhenmetern

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