33 Algarve Bretagne von San Sebastián ES nach Capbreton FR

Nach 14 Tagen wieder Sonne. Vorgestern regnete es zumindest nicht, gestern schien sie blaß und heute richtig. Meine Stimmung stieg aber aber nicht nur deshalb: Seit Martha und ich gestern nur Französisch gesprochen hatten, kam ich nicht mehr runter davon und nun konnte ich mich wieder richtig verständigen. Das macht viel aus und ich werde immer besser. Dazu hat auch Atlantik Teil 1 (Rottedam-Bretagne) viel beigetragen. Übrigens sind die Geschichten 01-16 auch hier im Blog nachzulesen: 01 Bretagne Tour (Rotterdam nach Zeeland)

Café, Schokolade und drei Kuchen

Nach dem Frühstück und ein paar Fotos stieg ich spät in die Pedale, denn es ging gleich steil hoch.

Kirche in San Sebastián

Martha hatte gesagt, es kommt nur ein Hügel und in Frankreich wäre es dann brettflach, aber sooo stimmt das nun auch nicht.

Sicht immer etwas bescheuert aus mit der Mütze unterm Helm, geht aber nicht anders.

Nach 20km und einmal verfahren kreuzte ich die Grenze, Bienvenue en France!

L‘océan Atlantique

Es gab erstmal nichts zu sehen und kurz vor Saint Jean de Luz holte ich mir zwei Café au Laît und zwei Kuchen. Stimmt, ich war in Frankreich und mir fiel vom letzten Jahr wieder ein: Beim Bäcker gibt es keinen Café und in der Bar gibt es keinen Kuchen. „Je suis desolé“, klingt wie das herunter geleierte „Sorry for that“ in Amerika, wenn sie was nicht haben und da jetzt auch nicht drüber nachdenken wollen. In der Boulangerie Patisserie kaufte ich eine Quiche und einen Muffin, im Café dann zwei Café au Laît, da kam ich zusammen auf 15 € für die Kaffepause. Da muß ich noch optimieren.

Denn nach 30 weiteren Kilometern kam schon Biarritz, und da wurde es sicher nicht billiger.

Ja, es ist ganz schön

Man muß die Städte ja bewundern, die wegen ein paar Felsen seit Ewigkeiten so einen Hype um sich entfachen, daß die Reichen und Schönen alle da hin kommen. Ein Streifen von vielleicht 20 km ist mehr oder weniger zersiedelt und bebaut mit kleinen Häuschen, in dem man fürs Homeoffice sicher auch Internet hat und somit nicht im stickigen Büro in Paris sitzen muß. Nur Stahlkocher, Krankenschwestern und Verkäuferinnen können das so nicht machen, die müssen am Sonntag Nachmittag zurück in ihre Stadt fahren vom ersten schönen Wochenende des Jahres.

Hier tummeln sich alle, die mehr oder weniger oft frei haben

Ich gönne es eben allen, aber es ist nur eine kleinere Schicht, die sich das hier leisten kann.

Und es gibt auch Hotels für alle ohne Ferienwohnsitz

Am Strand gab es Eis und ich stellte mich auf 5-6€ für zwei Kugeln ein. So kann ich später sagen: „Ja, da hab ich mal ein Eis gegessen“. Und ein bisschen Brennstoff brauchte ich sowieso noch.

Nur 3€, wie in Koblenz
Die Gendarmerie regelt den Zustrom von Autos in die engen Gassen.

Im Sommer wäre es mir wahrscheinlich viel zu voll hier, jetzt war es gerade noch richtig. Durch die vielen kleinen Straßen, Ortsteile und Strände konnte man sich gut verfahren. Aber irgendwann war ich wieder raus aus diesem Gewirr. Sie bauen zwar auch Radwege, aber da fehlt es noch am Komplettkonzept. Oft keine Schilder, dann entdeckt man den Radweg, mit dem sie sich so viel Mühe gegeben haben, auf der anderen Seite. Und da kommt dann auf zwei Kilometer auch keine Auffahrt auf den hohen Bord. Die Franzosen, und das will ich jetzt extra so pauschalisiert sagen, sind in der großen Mehrheit keine Radfahrer. Ich habe den Eindruck, hier fahren mehr Autos rum als bei uns. Und die drin sitzen, haben wenig Verständnis für einen seitlichen Sicherheitsabstand.

Strand in Capbreton

Mein Zielort rückt näher und ich bin happy. Hier ist es richtig schön, auch wenn alle Hotels, die ich so sehe oder auch anrufe, noch geschlossen haben.

Dicht bei dicht auf der Promenade in der Spätnachmittagssonne

Aber irgendwo steht dann doch eins offen: Hôtel Océan. Was kann es schöneres geben! Ein ganz tolles Zimmer, super Bad, heiße (!) Heizkörper, Handtuchtrockner im Bad! Alls für 76€ inklusive Frühstück. In Biarritz hätte ich es nicht halb so gut treffen können. Ich liebe die Vorsaison! Ich mußte das nutzen, wusch endlich (erst zum zweiten Mal) die Sportsachen, weil ich alles trocken kriegte. Meine Zimmer in den letzten Tagen rochen morgens derart, daß ich beim Verlassen immer die Fenster aufriß. Stichwort „Pumakäfig“.

Sundown

Dann noch rechtzeitig raus auf die Promenade. Es war einfach zu schön. Ich machte unzählige Fotos mit der großen Kamera, eins davon wird ziemlich sicher das Buch hinten beenden.

Erscheint am 1. Dezember bei ampelpublishing.de

Es war lau, der Wind schlief ein und man konnte draußen sitzen, um das Tagesmenü zu essen, im März. Am Atlantik. Das war schon toll heute.

Drei Gänge, ein Bier und ein Sonnenuntergang vom Feinsten
Mit 500 Höhenmetern

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