Der Alltag hat mich wieder und das ist nicht das Schlechteste. Aber wie sehr mich die Trekkingtour in den Westfjorden Islands berührt hat, merke ich, sobald ich ein paar Bilder ansehe. Der intensive Abdruck, das Tiefe eintauchen in das Land, seine Menschen mit ihrer Seele und Kultur, die Herausforderungen draußen, das ist nicht wegzuwischen mit ein paar Bemerkungen. Was davon sitzt am tiefsten?

Meine erste Island Tour mit dem Gravelbike um die Insel war schon herausfordernd und eindrücklich. Aber was ich diesmal erlebt habe, toppt das dich erheblich!

Das eine ist, die Vulkane, die Fjorde, die Gletscher vom Rad aus zu sehen, direkt daran vorbei zu fahren. Aber darüber zu wandern, ohne Weg und Steg, das ist viel intensiver!

Nicht nur die Landschaft, auch die Elemente sind spürbar: Ob Eis, Schnee, Wind, Regen oder pralle Sonne, alles ist intensiv.

Das war es, was mich am meisten beeindruckt hat. Nicht zu vergessen die Tierwelt.

In Adalvik konnte ich mich der Fliegen nicht erwehren, sie kamen in alle Öffnungen. Es gibt nur wenige warme Tage dort. Ich las vorher: Der Sommer kommt sehr spät, in manchen Jahren gar nicht. Obwohl wir an diesem Tag zu dritt waren, wollten die Fliegen nur mich. Sonst ist es umgekehrt.

Mit den Vögeln war es so ähnlich. Ich las von Fjorden mit zehntausend Vögeln. Aber wo wir waren, gab es kaum welche. Das meiste waren vielleicht 20 oder 50 auf einmal. Offenbar waren wir zu furchteinflößend.

Ein für mich völlig neues Phänomen: Sie bei jedem Schritt konzentrieren müssen. Immer genau überlegen, wo man hin tritt. Das ist natürlich super für das Gehirn und nach ein paar Tagen wird es Routine.

Die vielen Steinfelder, Schneefelder und Sumpftäler machten lange Wanderungen zu einer echten Strapaze. Unsere längte Wanderung durch die Wildnis ging gerade mal über 16 km und dauerte mehr als 8 Stunden reine Wanderzeit.

Aber wir wurden belohnt. Mit tollen Ausblicken aus großer Höhe herunter, mit der Tier- und Pflanzenwelt, mit dem Anblick bon Wasserfällen, Küsten, Fjorden und Gebirge.

Und die Begegnungen mit den anderen Abenteurern nicht zu vergessen: Mike und Wayn aus Gibraltar, Sergio und Alex aus Soanien, Susi und Bart aus Belgien, der Japaner Koki, fünf Freunde aus Rumänien, Hanjal aus Ungarn und nich viele mehr! Es war Vorsaison und nach uns kamen ganze Gruppen (bis zu 15 sind erlaubt) auf geführten Fotoexkursionen. Aber die haben wir dann schon nicht mehr erlebt. Wirh atten unseren Genuss der weitgehenden Einsamkeit. Das kann man nicht verlangen von dieser Welt, aber so war es!

Einen Nachteil hat diese unvergessliche Trekkingtour: Ich werde wieder kommen müssen nach Island!

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