045 Ventspils – Ovisi (1000km)

Beim Rauslaufen  aus der Stadt dachte ich noch kurz an so einen kleinen Laden – Veikhals (die heißen Top oder Tev oder LaTs). Dann fiel mir ein, daß ich jedesmal noch schnell in so einen Laden gehe und dann voll bepackt mit Wasser Keksen und Cola meine Tagesstrecken laufe. Am Zielort oder unterwegs gehe ich dann doch nochmal in so einen Laden und kaufe was kleines und dieses Eis (polo).

Diesmal also ohne Einkauf. Ich kam noch an der orthodoxen Kirche vorbei mit frisch vergoldetem Dach. Ja, in Lettland gibt es mehr Russen als in Litauen und sicher auch mehr orthodoxe als evangelische oder katholische Christen, wie ja mein kleiner Test schon in Lipeja ergab. Und ich kam über die Brücke mit Blick auf den Hafen, wo Roheisen mit dem Kran/Bagger verladen wird.

Der Radweg aus der Stadt heraus war vorbildlich und ich wunderte mich warum. Der See Busneki gehört noch mit zur Stadt, darum ist der Weg so gut! Ab der Stadtgrenze endet dieser abrupt und man läuft halt ganz normal am Straßenrand wie sonst auch. Die Straße wird schlechter, ist aber wenig befahren. So trottete ich dahin in Gedanken versunken bis der ersehnte Abzeig nach Ovisi kam. Ein kleiner Schwarm Wespen verfolgte mich – vielleicht 6 oder 8. Es war warm geworden und dann zog sich das letzte Stück etwas. Die Straße nach Ovisi war Schotter, aber das dachte ich mir. Da waren dann auch Gott sei Dank die Wespen abgeschüttelt.

Ich wollte als erstes zum Leuchtturm. Der war geöffnet und das weitläufige Areal ist mit allerlei Bojen, Barken und anderen Seezeichen dekoriert, ganz schöne Kaventsmänner! Der Turm ist doppelwandig, hat also um den eigentlichen Turm nochmal eine zweite geräumige Hülle. Keiine Ahnung warum.

Ich hab hier mal wieder ein Rundumvideo gemacht.

Dann die Überraschung: der Ort besteht nur aus diesem Leuchtturm. Es gibt sonst nichts, keine Unterkunft, kein Restaurant und vor allem: keinen Laden! Oje, würde mein Wasser einschließlich meines morgigen Laufs reichen?

Zweite Überraschung: keine Mücken aber Ameisen, Milliarden von Ameisen in den Dünen. Der Küstenwald ist eine unglaublich schöne sich selbst uberlassene Natur mit allen Nebenwirkungen.

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Keine Chance für ein Zeltplatz ohne Ameisen. Ich hab mich dann weit nach vorn gestellt in der Erwartung, daß da weniger Ameisen sind. Es waren ein paar weniger, aber als sie merkten, daß ich da bleibe, schickten Sie Verstärkung. Ein kleiner Wahnsinn. Ich habe versucht, das Zelt frei davon zu halten, aber das gelang nur teilweise. Ich habe dann in der Ostsee Wasser geschöpft und damit mein Abendessen gekocht und mich gewaschen, das ging super. So konnte ich Trinkwasser sparen. Es wehte ein starker Wind, es wurde kalt, und ich baute ein provisorisches Schutzschild.

Später ließ der Wind nach und ich lehnte mich immer mal wieder aus dem Zelt um Fotos vom Sonnenuntergang zu machen. Das war dann toll. Ich hatte mich mit allem arrangiert. Auch Nachts blieb es relativ hell. Am Horizont ein breiter Streifen in allen erdenklichen Farben außer grün…

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2 Gedanken zu “045 Ventspils – Ovisi (1000km)

    1. Ohh, herzlichen Dank! Ich muß Eure letzten Beiträge heute noch lesen, in den letzten Tagen hatte ich kaum Strom und auch schlechtes Internet. Iin den letzten Tagen dürftet Ihr gutes Wanderwetter gehabt haben und somit ideal auch für Hel. Herzlicher Gruß, Guido

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