40 Algarve Bretagne von Lorient über Concarnau nach Quimper

Hier in der Bretagne gibt es sogar Roggenbrot, nicht nur weißes Baguette. Das hatte ich ja auch schon im letzten Jahr bei meiner Tour Rotterdam-Bretagne und am anderen Ende Europas bemerkt: je mehr Richtung Norden, desto mehr Roggenbrot. Ich denke, im Norden wird der Roggen einfach besser gewachsen sein in den letzten Jahrhunderten, die die Menschen prägten.

Bienvenue en Finistere

Na, jedenfalls kam ich nun in das Finistere (von Le Fin, das Ende), dem äußersten Eck der Bretagne, manche sagen auch, die wahre Bretagne. Hier, wo man die keltische Lebensart am ehesten spürt, wo die Häuser aussehen wie in Irland und die Bretonische Schreibweise überwiegt.

Partnerstadt von Guidel: Brauweiler in der Eifel

Vorher fuhr ich durch das Städtchen Guidel, wo heute am Sonntag ein sehr schöner Markt mit viel Gemüse und andern Dingen war. Beim Rausfahren entdeckte ich diesen Stein und mußte dann abends erstmal googlen, warum mir Brauweiler bekannt vorkam.

Es ereignete sich nichts weiter, auf der Landstraße fuhren kaum Autos und bei dem Anblick dieses Baumes dachte ich so: „weißt Du eigentlich, wie gut Du es hast“. Ja, das hatte ich. Vielleicht ist es die Vielzahl der Eindrücke, sind es die unzähligen Buchten, Felsen, Dörfer, Häfen und Altstädte, die ich in den letzten 24 Tagen gesehen hatte, daß ich nun vorübergehend eher zum philosophieren neige, zum Blick auf das Große Ganze.

Vorn fuhren Leute. Ich hatte gerade beschlossen, in voller Fahrt diesen angestauten Fluß zu fotografieren, als ich zwei flotte Radler vor mir sah.

Ganz am rechten Bildrand: Denise und Pascal

Es waren Denise und Pascal hier aus der Gegend. Sie waren nur schwer einzuholen, die Motoren ihrer eBikes waren im Vorderrad, der Akku unterm Gepäckträger versteckt – bien caché! Aber ich schaffte es und wir unterhielten uns in voller Fahrt. Denise berichtete von einer Foto- und Bilderausstellung in Pont Aven, zu der sie unterwegs seien. Ich sollte doch mitkommen, es läge sowieso auf dem Weg nach Concarnau. und überhaupt, dieses Pont Aven sei so ein hübscher Ort, den müsse man gesehen haben. Ich konnte irgendwie nicht anders, sah aber, daß ich etwas von meiner Route abkam. Ja, das könne sein, sagte sie, aber es lohne sich. Gottseidank fuhren wir nun nur mehr oder weniger parallel zu einem Plan.

Typisch Bretonisch – Pont Aven

Pascal berichtete von ehemaligen Kaolingruben, an denen wir gerade vorbei fuhren, Reste seien noch zu sehen. Das ist der Grundstoff für Pozellan, wußte ich. Auch gebe es hier viele alte und neue Betriebe für Konserven. Ich sah später selbst noch eine.

Pascal und Denise

Wir kamen immer mehr ins Plaudern. Sie kannten auch Jean Luc-Banalec (ein Pseudonym), der wohne hier auch in der Nähe. Das ist der einst Kölner, jetzt bretonischer Krimiautor von Kommissar Georges Dupin, der von der Pariser Polizei in die Bretagne strafversetzt worden war und hier seitdem ermittelte. Seine Bücher hatten die Sehnsucht zur Bretagne einst in mir ausgelöst. Beinernem Abenteuer Baltikum 2017 war ich auf diese Bücher gekommen und hatte allesamt verschlungen. 009 Pausentag in Mrzezyno Banalec ist auch ein Ort hier an der Kante.

Wassermühlen von Pont Aven

Sie führten mich bis zum Hafen von Pont Aven und kamen dadurch selbst etwas von ihrer Fotoausstellung ab. Dann verabschiedeten wir uns herzlich und wünschten ‚bonne route!‘

Vorn Galette mit karamellisierten Äpfeln, hinten: Hôtel ‚Les Mimosas‘

Hier im Hotel ‚Les Mimosas’ am kleinen Hafen von Pont Aven spielt auch eine der Episoden mit Kommissar Dupin. Es gibt ja Leute, die fahren alle Orte der Krimis ab, die ja auch verfilmt worden sind.

Fischereihafen von Concarnau

In Concarnau wohnte der Ermittler Dupin und machte in jeder Episode Feierabend im L‘Admiral.

Das L‘Admiral

Es hat offenbar den Besitzer gewechselt, nachdem es sehr berühmt geworden ist und ich war noch satt von Pont Aven. Aber ein Kaffe mußte hier sein.

Concarnau wäre heute Abend meine Station gewesen, aber auf jeden Fall fuhr ich noch eins weiter.

Rendezvous mit dem Ocean Atlantique

Es ist wahrscheinlich meine vorerst letzte Begegnung mit dem Atlantik, denn morgen in Brest werde ich ihn wohl nicht zu sehen bekommen.

Da kann schnell Trübsal aufkommen

Im letzten Jahr hatte ich das ‚zu spät‘ bemerkt, da war es sogar noch einen Tag früher, daß ich hätte Abschied nehmen sollen. Nur war es mir damals nicht bewußt. Und ich kam ja zurück.

12 Bretagne Tour Saint Brieuc nach Lannion

Quimper

Nächste Station Quimper, das liegt im Binnenland. Hier war immer der Chef von Dupin – Präfekt Locmariaquer. Ein so richtig typisch bretonischer Name.

Schon beim Reinfahren in die Stadt beschloss ich, es dabei zu belassen. Ich war 25 km vor dem Plan und genau 80 km vor Brest. Ursprünglich wollte ich heute noch nach Douarnenez (ans Meer) aber das machte ich nicht. Lieber war ich früher als sonst am Ziel, suchte mein Hotel und genoß die Stadt und machte Fotos für mein Buch, das im Winter erscheinen soll.

Erscheint am 1. Dezember als Buch und ist sogar schon vorbestellbar bei ampelpublishing.de

Quimper hat eine schöne Altstadt und auf dem Markt spielte eine verrückte Musikantengruppe mit Dudelsack und Trommel. Keltisch eben.

Später werde ich im Café dahinter gesessen haben, dem Café Finistere und eine ganze Käseplatte verdrückt haben. Vorsicht, FuturII!

Fachwerk und Granit

Während ich auf dem Weg zum Hôtel Fotos machte, kam ich an einem Drehort vorbei. Es soll ein Adler auf dem Platz landen, zwei Jungs spielen mit und Leute kommen aus einem Schmuckgeschäft. Das ließ ich mir von zwei Buben erklären, die die ganze Szenerie beobachteten. Die Filmleute waren ganz aufgeregt und sie kamen nicht zu Potte. Als ich später zurück kam, packten sie gerade zusammen.

Dann war es Zeit für die Käseplatte im Schatten der größten Kathedrale der Bretagne.

Knapp 500 Höhenmeter (ja, sie sind zurück)

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