008 Pobierowo – Rewal – Niechorze – Mrzezyno

Ich hatte mich durchgesetzt mit gesundem Menschenverstand! Schon bei der Planung der Routen ergaben sich zwischen Niechorze (was mit 11km zuwenig war) und dem unaussprechlichen Mrzezyno (was mit 27-28 km ziemlich weit war) keinerlei Optionen. Ich hätte außerdem – wie schon auf Wolin – entweder die Bundesstraße oder direkt unten den Strand nehmen können. Dazwischen gab es nichts – scheinbar. Der Strand schied aus, es zog einfach zu sehr und wenn mal da unten ist (oft 50 m tiefer als der Küstenwald,) kommt man auch nicht mehr hoch.

Zunächst noch ein kurzer Abstecher zum eigentlich 150 Jahre alten Leutturm (laterna morska), der im letzten Krieg zerstört, aber wieder originalgetreu aufgebaut wurde. Ich war kurz oben, die Aussicht war grandios, aber sonst keinerlei Zusatzinformationen dort oben.

Ich habe dann versucht, das Mittelding zwischen Strand und Bundesstraße zu laufen und kam nach kurzer Strecke auf eine relativ gute, schmale Betonstrasse. In der DDR war das ein ziemlich sicherer Hinweis darauf, daß da irgendwas wichtiges Geheimes war. So auch hier: Ein militärisches Lager o.ä. Später las ich ein Schild mit Raketny…

Na, jedenfalls lief ich frohgemut und ungestört die Strasse entlang, die dann leider zur Pflasterstrasse wurde, auf der man zwar laufen aber nur schlecht den Wagen ziehen konnte. Immer noch besser als der wurzelige Anfang. Der Küstenwald ist zwar schön, durch die vielen Querwurzeln läuft es sich aber nicht gut.


Die Pflasterstrasse jedenfalls zog sich lang hin, ich hatte immerhin meist Sonne und Windschatten. Auch hier wieder zwei Möglichkeiten: sandiger, tiefer Sommerweg oder holpriges Pflaster. Ich lief und ging abwechselnd. Wie immer war es so, daß mir die gegenüberliegende Seite besser erschien, aber das täuschte.

Dann kam es aber doch noch knüppeldick. Ermutigt durch meine Ignoranz der Schilder lief ich immer weiter. Und während über lange Strecken nur rechts oder auch mal links verwaistes Militärgelände zu sehen war, führte nun auf einmal  die Straße direkt in eine Garnison hinein!

Was sollte ich da machen? Na, jedenfalls traute ich mich nicht, ein Foto von der Situation zu machen. Ich quälte mich links vorbei immer am Zaun entlang. Die Militärs haben natürlich wenig Lust, Ignoranten wie mir noch den Weg zu ebnen und so war das eine ziemliche Strapaze über 2,5 km. Das zog sich! Gut, daß die Brennesseln noch nicht so hoch stehen, sonst hätte ich hier eine super gratis Desensibilisierungsbehandlung bekommen. Dann konnte man wieder auf der Fortsetzung der alt bekannten Pflasterstrasse laufen und irgendwann endlich kam ich in Mrzezyno an, einem kleinen Fischerort mit einem nageneuen Fischereihafen, Hafenrestaurants und einer Pension namens Amber (Bernstein).

http://e-nocleg.pl/nocleg,pensjonatamber.html

Ich habe beschlossen, morgen einen Pausentag zu machen. Mit weit über 200km in 8 Tagen bin ich ohnehin zu schnell. Da werde ich morgen am besten mein Buch weiterlesen: Bretonische Flut, der 5 Fall von Kommissar Dupin (Teil 1-4 hab ich verpasst, vielleicht besorge ich mir die noch). So ähnlich wie hier in Mrzezyno stelle ich mir die Häfen von Douanenez und der Ile de Sein in meinem Buch vor. Die vielen Netze und Fischkisten gibt es hier auch…

 

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