Frankfurt Marathon – einfach nur super.

In den letzten Jahren lief ich immer zwei Marathons, das hätte dieses Jahr nicht sein müssen. Schließlich hatte ich schon mein Abenteuer Baltikum inkl. Helsinki City Marathon am 12. August. 

Unsere Laufgruppe, die mal aus einem Laufcamp entstand, hatte aber das vor: Wir sind aus dem Rheinland, Bayern Stuttgart und Berlin und brauchen immer ein Rennen um uns zu treffen.

Nun also nochmal Frankfurt,. Nachdem ich im letzten Jahr noch fast gescheitert wäre wegen der zu schnellen ersten 35 km. Es ging dann noch gut, aber diesmal wollte ich es besser machen. Und wer weiß wie nachhaltig der Baltikumeffekt wirklich ist. Ich konnte nur ahnen, daß davon noch was da ist, weil ich den Halbmarathon in Koblenz dieses Jahr in Bestzeit geschafft habe. Ich nahm mir nichts vor, sondern wollte diesmal Frankfurt genießen, speziell den tollen Einlauf ins Ziel der Festhalle.


Meine Vorbereitung war ausreichend und gut, wenn auch nicht übermäßig exakt. Für heute ist Fritz-Walter-Wetter angesagt, sehr gut!

Schon am Tag davor anzureisen, gemeinsam ein paar Stunden zu verbringen und morgens streßfrei zu Fuß zum Start, das ist schon super.

Startblock 3 – also eher in der Mitte, trotz Zielzeit zwischen 3:15 und 3:30. Ist halt Frankfurt, sehr hohes Niveau, schnelle Strecke, 15.000 Marathonis, kein Halbmarathon aber auch Staffel.​

​Zu Anfang geht es in zwei verschiedenen kleinen Runden durch Mainhattan. Ich brauche nicht überholen, bin genau richtig eingruppiert und genieße vom Start weg die Route (ich wollte diesmal etwas mehr davon behalten, aber nachher kam ich im Kopf doch nicht mehr der Streckenführung hinterher). Ich trabe, wohl wissend, daß ich nicht weit weg bin vom 5er Pace, also traben nur gefühlt. Jeder km über +5 min ist am Anfang Gold wert, denn damit spare ich Kalorien und verbrauche erstmal die problematischeren Brennstoffe – Schweröl statt das gute Flugbenzin.​

​Beim km 13 geht’s über eine Main-Brücke auf die linke Flußseite. Man kann kurz die berühmte Skyline sehen. ​

​Ich mache Videos und sehe sie mir dann an, wie sie geworden sind. Das ist total witzig, Ein Robert aus London spricht mich darauf an und ich erkläre kurz, was ich da mache. Er ist schon 6x London gelaufen, hier in Frankfurt, in Deutschland überhaupt ist er zum ersten Mal. Findet er alles sehr schön und hat seinen Spaß. Wir verabreden uns am Ziel aber ich sehe ihn dann nicht mehr.

Wir haben jetzt schön Platz, das Feld hat sich auseinander gezogen. Dadurch werde ich nicht gebremst. Eigentlich werde ich zu früh schneller, beruhige mich aber mit dem Gedanken, daß das wohl noch vertretbar sei. Ich will nach wie vor keine Laufuhr und sehe nur alle 5 km bei der Zeitmessung die Bruttozeit oder ich schnappe von anderen deren Wasserstandsmeldung auf. Das Video machen lenkt mich ab und das ist gut so.​

​Deaußen in Schwanheim bei km 25 queren wir wieder den Main. Ich bin immer noch gut drauf und muß jetzt dauernd an letztes Jahr denken: Da  ging es mir hier auch noch gut und doch hatte ich das Finish fast vergeigt. Damals ist ein Läufer vor mir in eine Familie mit Kinderwagen reingelaufen und gestürzt. Die hatten unbedacht den Weg gekreuzt oder sich verschätzt. Er war im Tunnel. Das bin ich jetzt auch.

Bei km 30 immer noch alles gut, ich fange jetzt mit Iso an, hoffe, daß das nicht zu früh ist und nehme nur einen Schluck. ​

​Drei Gels verputze ich bei km 17. 26 und 35, das scheint eine gute Einzeilung zu sein.

Jetzt kommt downtown wieder in Reichweite, da geht es nochmal durch die am Anfang gelaufenen Straßen, aber wohl in der Gegenrichtung. Es wird jetzt viel schwerer, aber meine Lust und Laune bleiben oben. Ich versuche, es eher „passieren zu lassen“ und „abzuwarten“ und dann kommt die letzte große Kurve vor der Messe. Noch knapp 1 km. ​

​Mein linkes Bein will sich auf ganzer Länge zu einem Stück Holz verkrampfen: Wade, Knie und Oberschenkel zu einem Stück. Das hatte ich auch noch nicht und versuche, darüber wegzudenken, es zu ignorieren. Noch bin ich nicht im Ziel und so ein Krampf könnte mich davon fernhalten. Ich versuche locker ins Ziel zu laufen und kann es echt genießen: Die Festhalle, der rote Teppich, der Sprecher, die Leute, ich sehe mich auf dem Bildschirm, noch 50 m und ich muß heulen. Die Hormone schießen ein, ich hab es gepackt und nebenbei auch noch eine neue Bestzeit rausgehauen: 3:25:41 Wow, das überwältigt mich. Ich umarme fremde Menschen, die heulen auch. Solange wie möglich bleibe ich in der Halle und genieße die Szenerie. 

Ich sehe dann Clemens Wittig, 80 Jahre bei 3:38, kurz danach Ironman Patrick Lange (Ist Staffel gelaufen). Die beiden sind ja wohl der Hammer!

Mein Lauf war sehr gleichmäßig.


Ich bin noch Tage später geflasht und stolz wie Bolle.

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