Als Entschädigung für viele Regentage kam jetzt die Sonne raus und ich startete nach Norden. Zeitgleich mit mir auch Tim, Helena und Frederico, die auf den Narvikfjellet wandern wollten. Danke, daß Ihr mich in voller Fahrt fotografiert habt!

Schönes Wetter heißt auch schöne Fotos.

Der Fjord lag ganz still und so spiegelten sich die verwitterten Felseilande im Wasser.

Es ist vielleicht auch an der Zeit, mein Rad zu würdigen, das leicht lädiert die Stürze und mich seit dem Abenteuer 🇮🇸 Island weit gebracht hat! Am Pausentag gestern putzen wir, kratzten den Dreck aus der Schaltung und ölten die Kette. Jéromine hatte ein Kettenwachs und wollte mir ihren Rest überlassen, aber es darf nicht mit Öl gemischt werden und ich hatte nach genug Öl.

Nun also fuhr ich auf die Lofoten – dahin, wo alle hin wollen. In Bjervik ist der Abzweig der E6 nach Norden, wohin ich zunächst auch wollte. Es sollte auf die Insel Senja gehen und dann in einem Bogen nach Süden. Nun entschied ich mich aber direkt auf der E10 weiter südlich nach Harstad zu fahren.
Denn bei all den sportlichen Verausforderungen war der Genuss in den letzten rauen Tagen etwas zu kurz gekommen. Sollte sich das Wetter halten, könnte ich mehr genießen und die südlichen Lofoten waren nicht nur abzureißen sondern auf sechs Tage zu strecken.

Harstad war ein schönes Ziel, mit 100 km nicht zu weit und es gab ja wieder viel zum Fotografieren. Entlang des Fjordes verlief eine alte Route der E10, dem Kong Olavs veg. Die Natur hatte begonnen, sich die Straßen zurück zu holen. Man fährt auf eigene Gefahr, aber die scheint vor allem von Leuten auszugehen, die zum Spaß auf des Gesperrt-Schild schießen!



Ich kam in Hochstimmung und war mal wieder froh, noch am Beginn der Saison unterwegs zu sein. Es gab immer wieder ruhige Phasen ohne Autos und insgesamt strahlten die Landschaft, die kleinen Ansiedlungen mit Wiesen und etwas Landwirtschaft eine friedliche Atmosphäre aus.


Narvik liegt im Winkel des Fjords, der das Festland von der Inselgruppe der Lofoten scheidet. Sind so sah ich in immer weitere Ferne rückend das Gebirge, durch das ich vor zwei Tagen selbst gefahren war. Dann bog ich mit der E10 nach Norden ab.

An einer Raststätte aß ich einen Teller Chips&Fish. Sollte ich nächstes Jahr nach Großbritannien kommen, gäbe es das wahrscheinlich jeden Tag. Während ich wartete, reservierte ich ein Zimmer in einem F2 Hotel in Harstad, das völlig ohne Personal auskommt. Der alte Kasten war früher mal höher im Kurs, aber zu Lasten der neuen, schicken und teuren Hotels hatte man dies heruntergestuft auf Automatikbetrieb für 70€ die Nacht. Für mich ideal.

Mir ist nicht mehr so schnell kalt, ich fahre bei angenehmen 15 ° mit kurzen Klamotten und wenn ich nicht pausenlos fotografieren würde, hätte ich sogar ein gutes Tempo. Es wäre mein Wunsch, daß das ein paar Tage so bliebe. Aber ich werde natürlich nehmen, wie es kommt.

Auch hier wird fleißig gebaut und ich hatte Bedenken, durch eine Umleitung ins Hintertreffen zu kommen. Aber Gott sei Dank, die Brücke über den Tjeldsund war frei.

Es war kein Wind auf der Brücke – ein Glücksfall. Ich konnte die Eilande darunter während der Fahrt knipsen.

Wir machen einen riesen Zirkus um eine solche Brücke und hier haben sie unglaublich viele davon, dazu hunderte von anspruchsvollen Tunneln, manche tiefer als 200 m unter dem Meer! Und es scheint, als haben sie in Norwegen alles im Griff. Ein Land, das funktioniert.


Die Stadt ist ziemlich groß- über 21.000 Einwohner und zieht sich an einem Hang entlang – natürlich! Sie haben auf 10 km bis hinein einen neuen Radweg gebaut, toll gemacht aber wie immer hier ohne jede Beschilderung. Vielleicht kommt das noch.


https://www.komoot.de/tour/2311286623?ref=itd
https://strava.app.link/VCXX6iE04Tb
https://maps.suunto.com/move/langeguido/68470eea628e0a6f923411a0
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Toll! Auf den Lofoten war ich zum Glück schon vor 35 Jahren, da war es noch nicht so voll. Mit den vielen Wohnmobilen stelke ich mir das Radeln recht unangenehm vor. Mal schauen, was du berichtest.
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Erstmal mußte ich feststellen, daß ich auf Lofoten erst noch komme. heute nochmal Vesterålen.
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